Emma und ihre Mutter Katharina Goldenstern. Auf ihren Wunschzettel hat das Mädchen ein Schloss aus Lego gemalt.  Foto:  Sabine Gudath

Emma strahlt und hält ein Plakat hoch. Darauf hat sie ein Lego-Schloss von Harry Potter aufgemalt. Die Siebenjährige wünscht sich das Spielzeug zu Weihnachten. Der Berliner Verein „Kolibri - Hilfe für krebskranke Kinder Deutschland e.V.“ will ihr und rund 60 anderen schwer kranken Patienten der Kinderonkologie im Helios-Klinikum Berlin-Buch ihre Herzenswünsche erfüllen und sie zum Fest beschenken. Da Weihnachtsfeiern im herkömmlichen Rahmen in Berliner Kliniken in diesem Jahr wegen Corona ausfallen müssen, haben sich die Organisatoren Alternativen ausgedacht, damit schwer kranke Kinder trotzdem ein bisschen Freude haben.

Für Emma und ihre Mutter Katharina Goldenstern ist es keine leichte Zeit. Die Tochter hat einen Tumor an der Niere und soll morgen in der Klinik in Buch wieder eine Chemotherapie beginnen, sofern die Blutwerte wieder in Ordnung sind. „Die Wunscherfüllung zu Weihnachten ist ein schöner kleiner Lichtblick. Wenn die Kinder sich freuen, freuen sich auch die Eltern“, sagt Katharina Goldenstern.

Ein Stück Normalität im Klinikalltag der Kinder

25 Wunschzettel hat Andreas Landgraf vom Verein Kolibri schon eingesammelt. Spielsachen, Fahrräder, Parfum und eine Nintendo Swatch sind darunter. „Wir haben bewusst kein Limit gesetzt, weil es uns wirklich darum geht, den Kindern etwas Besonderes zu schenken, was den Eltern vielleicht auch aus finanziellen Gründen gar nicht möglich ist“, sagt Landgraf. Dass die bereits sechste Weihnachtsfeier, die der Verein seit 2014 gemeinsam mit dem Helios-Klinikum Berlin-Buch organisiert, erstmals nichts stattfinden kann, stimmt ihn selbst traurig. Denn der Familienvater weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, wenn man die Festtage mit seinem Kind im Krankenhaus verbringen muss. Landgrafs Sohn Justin, heute 25, lag von 2013 bis 2015 auf der Kinderonkologie, weil er an Krebs erkrankt war. So kam Landgraf damals auf die Idee, eine Weihnachtsfeier für die Station zu organisieren. „Die Stunden des gemeinsamen Beisammenseins haben den Kindern ein Stück Normalität in ihrem Klinikalltag gegeben“, sagt er.

Die Corona-Zeit sei für krebskranke Kinder und ihre Familien noch einmal eine zusätzliche Belastung, da sie noch isolierter seien als sonst. Sie dürften zwar die wichtigsten Bezugspersonen bei sich haben, aber nur noch eingeschränkt weiteren Besuch empfangen, so sagt Landgraf. „Ich glaube, dass die Situation gerade für Eltern und Kinder schwer zu ertragen ist.“ Um ihnen trotzdem einen Moment Freude zu schenken, kam das Team von Kolibri auf die Wunscherfüllung. Die Geschenke sollen am 10. Dezember von einem Spieler von Hertha BSC und dem Vereins-Maskottchen Hertinho im Weihnachtsmannkostüm verteilt werden.

Sponsoren gesucht, die Weihnachts-Wünsche der Kinder erfüllen wollen

„Dieses Jahr können wir unseren Kindern auf der Station keine Weihnachtsfeier im herkömmlichen Sinne ermöglichen, freuen uns aber, dass trotzdem die Weihnachtswünsche erfüllt werden und danken ganz herzlich dem Verein Kolibri für das Engagement,“ sagt Dr. Patrick Hundsdörfer, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin. Für die Wunscherfüllung sucht der Verein www.kolibrihilft.de übrigens noch Sponsoren, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen. Vielleicht gibt es jemanden, der für eines der Kinder einen Wunsch übernehmen mag oder uns finanziell helfen kann“, so Landgraf vom Verein Kolibri.

Neben Kolibri engagiert sich auch der Basketballverein Alba Berlin an Weihnachten für Kinder im Krankenhaus. Sie hatten in den vergangen Jahren kurz vor dem Fest die Kinderkrebsstation des Virchow-Klinikums besucht und mit den kleinen Patienten gemeinsam gesungen und ihnen Geschenke überreicht. Ob die Feierlichkeit diesmal stattfinden kann oder in einem anderen Rahmen war nach Anfrage des Berliner Kuriers bei Alba Berlin bis Redaktionsschluss allerdings noch unklar.