Passanten gehen auf der Karl-Marx-Straße in Neukölln. dpa

Hier eine Einmalzahlung, dort eine um wenige Euro angehobenen Erhöhung von Zahlungen. Für Menschen, die nichts auf der hohen Kante haben, sind die derzeitigen Steigerungen der Preise beängstigend. Sie wissen nicht, wie sie noch mehr sparen sollen, können nicht auf Rücklagen zurück greifen.

Gewerkschaften und die Tafeln in Deutschland fordern daher angesichts der hohen Energiepreise einen Kurswechsel bei der Unterstützung von ärmeren Haushalten. „Einmalzahlungen sind grundsätzlich der falsche Weg“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Hart IV muss Lebensunterhalt decken

„Die Bundesregierung muss stattdessen endlich dafür sorgen, den laufenden Lebensunterhalt für Hartz-IV-Berechtigte und Geringverdienende zu decken.“ Der Vorsitzende der Tafel Deutschland, Jochen Brühl, forderte angesichts der Preissteigerungen, die Regelsätze für Hartz-IV-Haushalte zu erhöhen.

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Die staatlichen Pauschalzahlungen an Menschen in der Grundsicherung kritisierte Piel als zu niedrig. Alle Einmalzahlungen der Corona-Zeit zusammen brächten Hartz-IV-Beziehern nur „mickrige 12,50 Euro monatlich mehr“, sagte die Gewerkschafterin. „Das ist nicht mal annähernd ein Ausgleich für die Mehrbelastungen durch Pandemie und aktuelle Preissteigerungen.“ Stattdessen müssten anfallende Stromkosten realistisch ermittelt und der Regelsatz entsprechend angepasst werden. Die Kommunen müssten außerdem dazu verpflichtet werden, die Obergrenzen für angemessene Heizkosten regelmäßig an die Preisentwicklung anzupassen.

Einmalzahlungen sind der falsche Weg

Der Tafel-Vorsitzende Brühl sagte, das Geld müsse unmittelbar bei den Menschen ankommen, „denn sie haben keine Reserven“. Eine Einmalzahlung, „die vielleicht im Sommer auf dem Konto ist, reicht nicht“. Auch könnten viele die Monate bis zur Mindestlohnerhöhung Anfang Juli finanziell nicht überbrücken. Daher benötigten auch Menschen mit geringen Einkommen stärkere Entlastungen.