Der Angeklagte soll bei einer Polizeikontrolle versucht haben, die Polizisten zu bestechen.
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Erwischt mit Handy am Steuer, dann ein unmoralisches Angebot „unter Staatsdienern“: Ein Hunderter gefällig? Das kam Deniz C. (26) teuer zu stehen.

Der Bundeswehr-Angestellte musste wegen Bestechung vor Gericht antreten. Seine Strategie: „Das war ein totales Missverständnis.“ Niemals habe er bestechen wollen – „ich bin doch bei der Bundeswehr und weiß, dass man das nicht darf“.

Der BMW-Fahrer war in Neukölln einer zivilen Streife zur Verkehrsüberwachung aufgefallen. Polizist K. (33) zum Richter: „Er fuhr unsicher und nicht ganz in der Spur.“ Als sie auf gleicher Höhe waren, sahen sie: „Er hatte mit seinem Handy zu tun, schaute auf das Display. Wir hielten die Kelle raus.“

Sein Kollege zückte den Block. Handy am Steuer – macht 100 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg. Polizist K. (33): „Als wir dann wieder in unserem Auto saßen, um eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit zu schreiben, kam er ans Fenster.“

Deniz C. (Name geändert) soll erst beim Fahrer, dann beim Beifahrer gebettelt haben: „Jungs, wir sind doch im selben Verein.“ Er sei bei der Bundeswehr im Objektschutz. Und: „Wir dienen doch dem gleichen Land. Kann man da nichts machen? Ich kann euch doch 100 Euro geben und ihr fahrt einfach weiter, habt mich einfach nie gesehen“.

Der Bundeswehr-Angestellte kopfschüttelnd: „Ich wollte die Buße vor Ort zahlen.“ Das habe er schon einmal als Tempo-Sünder gemacht. C.: „Aber sie sprachen gleich von Bestechung.“ Er sei damals mit seinem Vater auf Einkaufstour gewesen. C.: „Weil uns das Handy falsch lotste, wollte ich es nur aktualisieren. Telefoniert habe ich nicht.“

Damals hatte C. bereits zwei Punkte auf dem Konto in Flensburg. Als Raser war er 2017 erwischt worden: 53 km/h zu schnell. Nun drohte ein weiterer Punkt.

Die beiden Polizisten sicher: „Er wollte uns bestechen.“ Sie hätten ihn auf der Straße belehrt. Beamter K.: „Er wiederholte es mehrmals, als hätte er nicht verstanden.“ Doch es lief für C. nicht wie geschmiert.

Der Richter ohne Zweifel: „Er bot 100 Euro an, damit es nicht zur Anzeige kommt. Bestechung ist kein Kavaliersdelikt.“ Deutlich die Strafe: 6000 Euro. KE.