Einsatzkräfte der Feuerwehr bargen das Auto aus dem See. Foto: zVg/Facebook

Normalerweise suchen die Profi-Taucher der Feuerwehr nach vermissten Personen – doch am Donnerstag durften die Einsatzkräfte sich um einen etwas anders gelagerten Fall kümmern. Sporttaucher hatten schon im Dezember ein Auto auf dem Grund des Habermannsees in Kaulsdorf entdeckt. Nun kam es zum spektakulären Einsatz: Die Feuerwehrleute bargen das abenteuerlich aussehende Wrack aus dem Wasser.

Es ist alt, es ist schmutzig, es ist rostig – und es ist mit Schlamm und Muscheln überzogen: Das Autowrack, das von Einsatzkräften der Feuerwehr jetzt aus dem Habermannsee geborgen wurde, scheint aus längst vergessenen Zeiten zu stammen. Wie lange es schon auf dem Grund des Gewässers schlummerte, ist unklar. „Wir glauben, dass es durchaus mehrere Jahrzehnte sein könnten“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr auf KURIER-Nachfrage. Genaueres könnten Ermittlungen der Polizei ergeben.

Das Auto ist komplett mit Muscheln überzogen. Foto: zVg/Facebook

Bereits im Dezember seien Sporttaucher auf das Fahrzeug gestoßen, heißt es. Der besondere Fund wurde dem Bezirksamt gemeldet. Die Bergung wurde schnell beschlossen, da der Habermannsee zu einem Trinkwasserschutzgebiet gehört. Schon vor Tagen machten sich die Taucher der Feuerwehr ein Bild von der Situation, bevor am Donnerstag die Bergung begann.

Mit Luftkissen holten die Einsatzkräfte das Wrack an die Wasseroberfläche. Foto: zVg/Facebook

„Zuerst wurde im Wagen ein Hebekissen montiert und mit Luft gefüllt, um den Wagen an die Oberfläche des Sees zu holen“, sagt der Feuerwehrsprecher. Doch unter dem Druck riss das marode Dach vom Wagen ab. Beim zweiten Versuch wurden Luftkissen mit 500 Litern Füllmenge links und rechts an dem Fahrzeug angebracht – es klappte. An der Oberfläche bugsierte ein Radlader den Wagen ans Ufer und weiter bis an die Straße. Hier wurde das Fundstück an die Polizei übergeben.

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Für die beteiligten Kräfte der Feuerwehr sei der Einsatz ein besonderer gewesen. „Auch, weil sie sich Zeit lassen konnten und nicht unter großer Hektik arbeiten mussten, wie es normalerweise bei der Suche nach Vermissten der Fall ist“, heißt es. „Sie konnten sich in Ruhe vorbereiten, den Einsatz planen.“

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr am Seeufer. Foto: Facebook/zVg

Nun soll ermittelt werden, was es mit dem geheimnisvollen Wagen auf sich hat. Auf der Facebook-Seite des Mahlsdorfer und Kaulsdorfer Abgeordneten Mario Czaja wurde zumindest das Rätsel um die Automarke gelöst: Laut der Nutzer, die zu seinem Beitrag Kommentare hinterließen, soll es sich um einen einen SAS-965 „Saporoshez“ handeln.

Die Kleinwagen des sowjetischen Herstellers Saporisky Awtomobilebudiwny Sawod (SAS) wurden von 1960 bis 1969 produziert. „Wollen wir hoffen, dass keine schwere Straftat dahintersteckte“, schreibt Czaja. „Die Hintergründe zur Herkunft des Autos müssen nun von der Polizei geklärt werden, auch um Straftaten auszuschließen.“