Tesla hat die Erlaubnis zum Einbau weiterer Maschinen in die Gebäude der Gigafactory in Grünheide erhalten. Foto: dpa/Patrick Pleul

Wegen Einwänden von Kritikern ist eine Verzögerung des Starts der Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla bei Berlin möglich. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) hält einen Zeitverzug für denkbar, betonte aber am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Landtags: „Ich habe nach wie vor keine offiziellen Hinweise des Unternehmens, dass sich der Produktionsstart verzögert.“ Falls es dazu komme, liege der Grund aus seiner Sicht im zeitlichen Verzug durch die öffentliche Anhörung und die Bearbeitung der Einwände von Naturschützern und Anwohnern. „Ich kann nicht beurteilen an der Stelle, ob Tesla in der Lage sein wird, diese zwei Monate im Laufe vom ersten halben Jahr komplett aufzuholen.“

Der Elektroautohersteller will nach bisherigen Plänen im Juli in dem Werk in Grünheide in Brandenburg mit der Produktion von Elektroautos beginnen. Weil die umweltrechtliche Genehmigung für die Fabrik durch das Land noch aussteht, baut Tesla in einzelnen Schritten über vorzeitige Zulassungen. Eine solche Vorab-Genehmigung erteilte das Brandenburger Landesamt für Umwelt zuletzt in der vergangenen Woche für den Einbau von Maschinen. Ein Zeitpunkt für die Entscheidung über eine mögliche endgültige Genehmigung ist offen, bis Ende März gilt sie aber als wahrscheinlich.

Widerspruch von Naturschutzbund und Grüner Liga

Der Bau des Tesla-Werks ist fortgeschritten. Naturschützer und Anwohner befürchten, dass die Autofabrik negative Folgen für die Umwelt hat. Die beteiligten Brandenburger Behörden prüfen nach Angaben des Umweltministeriums vom vergangenen Freitag derzeit noch Einwände gegen das Vorhaben und berücksichtigen dabei eine acht Tage lange Anhörung vom Herbst 2020. Das Unternehmen äußerte sich zunächst nicht zu der Frage, ob es eine Verzögerung für den Zeitplan des Produktionsstarts gibt.

Zwei Umweltverbände wollen den geplanten Bau einer temporären Anschlussstelle der Autobahn 10 für das Werk vorläufig stoppen. Der Naturschutzbund und die Grüne Liga in Brandenburg legten Widerspruch gegen die Ausnahme von Verboten im Bundesnaturschutzgesetz wegen des Artenschutzes der Zauneidechse ein. Das geht aus einem Schreiben an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Oder-Spree hervor, über das die Potsdamer Neuesten Nachrichten am Mittwoch berichteten und das auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

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Die Ausgleichsmaßnahmen für Zauneidechsen reichten nicht aus, heißt es in dem Widerspruch. Außerdem werde die ebenfalls streng geschützte Schlingnatter nicht berücksichtigt. Die Umweltverbände legten auch Widerspruch beim Landesamt für Umwelt wegen der jüngsten vorzeitigen Zulassung für den Weiterbau ein, weil sie Einsicht in Akten fordern.