Aktuell findet in der Messe Berlin die Grüne Woche statt. Davor wurden Flyer des Großbordells Artemis verteilt
Aktuell findet in der Messe Berlin die Grüne Woche statt. Davor wurden Flyer des Großbordells Artemis verteilt Imago/Stefan Zeitz

Endlich läuft sie wieder in alter Pracht: Seit dem 20. Januar findet die Landwirtschaftsmesse Grüne Woche wieder regulär als Präsenzveranstaltung in Berlin statt. Nach zwei Jahren mit coronabedingtem Ersatzprogramm strömen nun wieder bis zum 29. Januar Fachleute und Besucher zur Messe Berlin. Doch auf viele von ihnen wartete am Sonntag bereits am Eingang eine unschöne Überraschung. 

Artemis-Flyer bei der Grünen Woche

Denn wie die Berliner Morgenpost berichtet, wurden unmittelbar neben dem Eingang zur Grünen Woche von einem jungen Mann Reklame-Zettel verteilt. Doch die hatten eben so gar nichts mit der Landwirtschaftsmesse zu tun, sondern mit einem in Berlin wohlbekannten Etablissement: dem Großbordell „Artemis“.

Das unweit von der Messe gelegene „Artemis“ soll sich auf den Flyern als „das schönste Wellnessbordell Berlins“ beschrieben haben. Es wurden „Sexkinos“ und „Love-Suits“ angepriesen. Zudem zierte der Flyer das Bild einer nackten Frau, sowie der Inneneinrichtung des Ladens. 

Artemis-Flyer bei der Grünen Woche: Besucher beschämt

Laut dem Bericht der Morgenpost sollen zahlreiche Flyer verteilt worden sein, da nahezu alle Besucher, die an der S-Bahn-Station Messe/ICC ausstiegen und sich in Richtung Messehalle bewegten, an dem Flyer-Verteiler vorbeikamen. Bemerkten sie, was sie in der Hand hielten, sollen einige von ihnen den Flyer hastig fallengelassen haben. Andere knüllten das Papier demnach und entsorgten es im nächsten Mülleimer. 

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Das „Artemis“ ist als Großbordell nahezu jedem Berliner ein Begriff. Das dürfte auch mit einer großen Razzia im Jahr 2016 zusammenhängen. Diese brachte die Betreiber des „Artemis“, die Brüder S., im vergangenen Dezember noch einmal als Kläger gegen das Land Berlin vor Gericht. Die Brüder beklagten eine Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft nach der Razzia, die den Ruf des Etablissements schädigte und es in die Näher der Organisierten Kriminalität rückte. Das Gericht gab den Brüdern Recht, sprach von „vorverurteilenden reißerischen Äußerungen“ und sprach den Betreibern 100.000 Euro Schadenersatz zu.