Tochter Janina Michalke am Grab ihres Vaters. Es ist eine schöne Stele mit zwei Boxhandschuhen auf der Oberseite geworden. Foto: Sabine Gudath

Um sein Grab herum sind jetzt rote Seile gespannt. Es soll ein kleiner Boxring sein. Denn im Ring fühlte er sich am wohlsten, feierte große Siege und kämpfte sich in die Herzen der deutschen Fans. Graciano Rocchigiani, den Fighter mit der Berliner Schnauze, kennt fast jeder-bis heute.

Sein Grabstein, um den monatelang gerätselt wurde, steht seit Donnerstag endlich. Es ist eine große Stele mit zwei Boxhandschuhen auf der Oberseite geworden. Der Name des Champions ist eingraviert: Graciano Rocchigiani. Dazu ein Foto aus seinen besten Zeiten. „In liebevoller Erinnerung an unseren Weltmeister *29.12.1963 + 1.10.2018“, so der schöne Schriftzug.

Ringseile sind um die  letzte Ruhestätte gespannt.  Foto: Sabine Gudath

Tochter Janina Michalke und Ex-Frau Christine Rocchigiani mussten ebenfalls um diesen Stein kämpfen. Erst gab es Unstimmigkeiten in der Familie, wie das Grabmal Rocchigianis aussehen soll, dann kam Corona. Genau zwei Jahre nach Rockys Unfalltod auf Sizilien steht der Stein  auf dem Alten St.- Matthäus-Kirchhof in Schöneberg.

Etwa 30 Gäste, Fans, Angehörige, Journalisten, sind zur Enthüllung gekommen. Es ist neblig und herbstlich frisch. Tochter Janina Michalke macht einen sichtlich bewegten Eindruck: „Ich bin einfach nur glücklich, dass das Grabmal endlich aufgestellt ist. Jetzt wird mein Vater gewürdigt, wie er es verdient hat. Ich bin, wenn möglich, fast jeden Tag hier. Der Schmerz wird auch nicht vergehen, aber man muss sich damit abfinden.“

Graciano Rocchigiani  wurde zweimal Welt-und einmal Europameister.  Seine Kämpfe gegen Henry Maske (56) sahen über 13 Millionen Zuschauer.