Das Tesla-Werk in Grünheide: Ein Gericht muss nun über die Wasserversorgung der Fabrik entscheiden. dpa

Das ist mega-peinlich. Weil das brandenburgische Landesumweltamt Wasserwerke verwechselt haben soll, steht nun die Wasserversorgung des US-Elektroautobauers Tesla auf der Kippe, berichtet das ZDF-Politmagazin „frontal“.

Denn wegen einer Klage von Umweltverbänden könnte ein Versorgungsvertrag zwischen Tesla und dem Wasserverband Strausberg-Erkner für die Gigafactory des Autobauers in Grünheide nicht zustande kommen, berichtete das TV-Magazin in seiner Sendung am Dienstagabend. Anlass für die Klage beim Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) ist die Erhöhung der Fördermenge am Wasserwerk Eggersdorf, das Teil des Versorgungsnetzes ist.

Der Wasserverband Strausberg Erkner (WSE) habe im November 2019 das Landesumweltamt um Erlaubnis gebeten, für die Versorgung des Tesla-Werkes  am Wasserwerk Eggersdorf rund eine Million Kubikmeter Grundwasser pro Jahr zusätzlich aus dem Boden zu pumpen. Das Landesamt für Umwelt soll laut dem Bericht dieser Erhöhung zugestimmt haben. Dabei sei der Behörde bei der wasserrechtlichen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ein Verfahrensfehler unterlaufen. Demnach habe das Landesumweltamt für die Wasserbewilligung versehentlich DDR-Unterlagen von 1976 von einem anderen Wasserwerk zugrunde gelegt und dies später eingeräumt.

Grüne Liga und Nabu lassen Wasser-Genehmigung gerichtlich prüfen

Die Grüne Liga und der Nabu Brandenburg wollen die Genehmigung der Wasserförderung gerichtlich überprüfen lassen. Sie haben gegen das Landesumweltamt geklagt, weil ihrer Ansicht nach die nötigen Prüfungen fehlen. „Dabei wenden wir uns ausdrücklich nur gegen die Erhöhung der Wasserentnahme in Eggersdorf, die aus unserer Sicht unrechtmäßig und nach jahrelangem Stillstand des Genehmigungsverfahrens völlig übereilt zugunsten der Tesla-Ansiedlung mit viel zu hohen Entnahmemengen genehmigt wurde", sagt Nabu-Chefin Christiane Schröder.

Das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) muss nun in den kommenden Wochen entscheiden, wie viel Wasser aus dem Wasserwerk Eggersdorf entnommen werden darf, ob Tesla also genügend Wasser für seine Autoproduktion bekommt. „Die Kammer beabsichtigt, dieses Verfahren zeitnah zu terminieren“, sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag. Das werde möglicherweise im Februar sein.

Sollte die wasserrechtliche Bewilligung vom Verwaltungsgericht aufgehoben werden, sei die ausreichende Lieferung von Trinkwasser an Tesla nicht mehr gewährleistet, sagte WSE-Verbandsvorsteher André Bähler dem ZDF.