Franziska Giffey (M, SPD), Regierende Bürgermeisterin von Berlin, bei einer Veranstaltung im Roten Rathaus, bei der sich Geflüchtete bei Berliner Gastgebern bedankten.
Franziska Giffey (M, SPD), Regierende Bürgermeisterin von Berlin, bei einer Veranstaltung im Roten Rathaus, bei der sich Geflüchtete bei Berliner Gastgebern bedankten. dpa/Carsten Koall

In manchen Medien werden Geflüchtete grundsätzlich als Problem dargestellt, dabei hat Berlin bewiesen, dass hilfsbereite Menschen Geflohenen tatkräftig unterstützt. Die meisten in der Not Geflohenen zeigen sich dankbar, viele wollen in ihre Heimat zurück, doch in der Ukraine herrscht Krieg, manche Orte haben russische Truppen dem Erdboden gleichgemacht. Andere Geflüchtete wollen hier arbeiten, doch vielen fehlen Sprachkenntnisse und formelle Qualifikationen. 

Vor allem Menschen aus der Ukraine steuern Berlin gezielt an, weil sie hier Freunde und Verwandte haben. Doch wer nicht privat unterkommt, benötigt Unterkünfte, und die sind inzwischen auch verstärkt mit Geflüchteten aus anderen Krisenländern belegt.

340.000 Ukrainer erstversorgt, 100.000 wohnen jetzt offiziell in Berlin

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) sieht die Hauptstadt deshalb am Rande ihrer Möglichkeiten bei der Aufnahme von Geflüchteten. „Gerade wir Stadtstaaten und besonders Berlin als Hauptanziehungspunkt haben unsere Kapazitäten (...) mittlerweile nahezu ausgeschöpft“, sagte sie der „Bild am Sonntag“. So seien 340.000 Ukrainer in Berlin erstversorgt worden, 100.000 hätten ihren Wohnsitz inzwischen in der Hauptstadt. Das sind nur die offiziellen Zahlen, tausende hatten sich nicht gemeldet, waren privat untergekommen.

Giffey fordert: „Wir brauchen dringend weitere Immobilien des Bundes, um Menschen gut unterzubringen, finanzielle Unterstützung für die immensen Kosten und eine gerechte Verteilung im Bundesgebiet.“

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sagte der Zeitung, es brauche nicht nur Beschlüsse, sondern konkrete Maßnahmen. Die Unterbringungsmöglichkeiten seien begrenzt. „Es werden bereits jetzt Hotelzimmer angemietet und Sammelunterkünfte, zum Beispiel in Turnhallen, vorbereitet.“