Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) will, dass das Impfen gegen Corona in Berlin schneller gehen muss. Um viele Berliner zu erreichen, schlägt sie vor, dass mobile Impfteams etwa vor Supermärkten zum Einsatz kommen sollten.

Bei der laufenden Impfkampagne gegen Corona sehe Kalayci derzeit Anzeichen für eine Verlangsamung. „Die Nachfrage nach Impfterminen stagniert etwas“, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag nach der Senatssitzung. Kalayci sprach von einer aktuell kritischen Phase.

Impftermine werden nur schleppend vergeben

Während veröffentlichte Impftermine in den Impfzentren früher schnell vergeben gewesen seien, dauere es mittlerweile eine Woche bis zehn Tage, ehe dies der Fall ist. Ähnliches höre sie aus Arztpraxen. Es gebe einen harten Kern von Menschen, die sich nicht gegen Corona impfen lassen wollten. Aber viele andere, die aus unterschiedlichen Gründen noch zögerten, gelte es zügig zu erreichen und zu überzeugen.

Wir müssen mit der Spritze dorthin, wo die Menschen sind, sagt Dilek Kalayci (SPD). 

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Kalayci: „Zum Impfen müssen wir dorthin, wo viele Menschen sind“

Deshalb halte Kalayci weitere Maßnahmen für nötig und plädiere daher dafür, den Schwerpunkt nun auf Sonderkampagnen mit mobilen Impfteams zu legen, um viele Menschen zu erreichen. „Wir müssen in die Kieze rein gehen, dorthin, wo möglichst viele Menschen sind.“ Ihr Ziel sei es, Impfangebote niederschwelliger zu machen als bisher, etwa auf Straßen oder an Supermärkten.

Laut Corona-Lagebericht des Landes haben bislang 55,9 Prozent der Berliner Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten, 37,3 Prozent haben einen vollständigen Impfschutz. Kalayci verwies darauf, dass Wissenschaftler einen Anteil von 80 Prozent vollständig Geimpfter für nötig halten, um gegen das Coronavirus, vor allem die aggressivere Delta-Variante, eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen.

Nur wenn das Impftempo so bleibe wie zuletzt und viele das Angebot annähmen, könnten 80 Prozent der Berliner Bevölkerung im August mindestens eine Impfung und im September vollständigen Impfschutz haben, so Kalayci. Sie rief die Menschen auf, sich impfen zu lassen. Dies bedeute Schutz für jeden Einzelnen und sein Umfeld, habe aber auch etwas mit gesellschaftlicher Verantwortung zu tun. „Wo wir deutlich Überzeugungsarbeit leisten müssen, ist bei den jungen Erwachsenen», nannte die Senatorin ein Beispiel.“