Ein Alkoholverbotsschild - bald auch in Berlin? Foto: imago images/Rüdiger Wölk

Angesichts eines Anstiegs der Corona- Infektionszahlen fordert Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) ein Ausschank- und Verkaufsverbot für Alkohol von 23 Uhr bis 6 Uhr. Dieses müsse für Restaurants, Bars, Clubs und Spätverkaufsstellen (Spätis) gelten, sagte die Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Gleichzeitig erneuerte sie ihre schon vor mehreren Tagen vorgebrachte Forderung nach weitergehenden Kontaktbeschränkungen. Demnach sollten die Begegnungsmöglichkeiten auf zwei Haushalte oder fünf Personen begrenzt werden, um eine weitere Ausbreitung der Pandemie zu bremsen, so Kalayci.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci Foto: imago images/Stefan Zeitz

„Wir haben schon zu Beginn der Pandemie im Frühjahr gesehen, dass wir in einer Stadt wie Berlin frühzeitig handeln müssen“, sagte die Senatorin. Die Gesundheitsämter meldeten am Freitag 339 Neuinfektionen in der Stadt - laut Gesundheitsverwaltung der höchste Zuwachs seit dem Frühjahr. Damals wurden weniger Menschen getestet, sodass der Anstieg zumindest teilweise auf vermehrte Tests zurückzuführen sein kann. Kalayci zufolge ist der Anteil der positiven Befunde - etwa zwei von 100 - heute aber deutlich höher als damals.

Alkohol wirke enthemmend, Abstandsregeln würden missachtet

Das Infektionsgeschehen breite sich nicht länger nur in der Innenstadt aus und sei immer schwerer einzuschätzen, so Kalayci. Ihr zufolge ist aktuell nur bei 20 Prozent der Corona-Infektionen der Ausbruch klar lokalisierbar. Für einen solchen Fall habe sich die Ministerpräsidentenkonferenz am 29. September auf konsequente lokale Beschränkungen verständigt. „Das müssen wir in Berlin jetzt umsetzen. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass der Staat in der Pandemie handelt“, sagte Kalayci.

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Als Infektionsherde sehen die Behörden nicht zuletzt illegale Partys und private Feiern mit hohem Alkoholkonsum. „Alkohol wirkt enthemmend, und beim Beisammensein werden Abstandsregeln nicht eingehalten“, so Kalayci weiter. Deshalb sei es wichtig, hier stärker anzusetzen.

Seit Samstag gelten in Berlin bereits neue Beschränkungen: Private Feiern im Freien mit mehr als 50 Teilnehmern sind verboten. In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Ab zehn Teilnehmern müssen deren Daten dokumentiert werden, um eine Nachverfolgung von Kontakten im Falle einer Infektion sicherzustellen. Neu ist auch eine Maskenpflicht in Bürogebäuden.