Das Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg. Hier soll eine neue Polizeiwache hin, aber es gibt Streit. Imago

Teile der Berliner Polizei sind dagegen, die Anwohner sowieso, aber Innensenatorin Iris Spranger (SPD) will sie unbedingt haben: die Kotti-Wache. Jetzt dürfte neuer Ärger anrollen. Die Planungskosten explodieren.

Die geplante Polizeiwache am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg könnte nach einem Zeitungsbericht um ein Vielfaches teurer werden als bislang angegeben. Die Berliner Zeitung (Donnerstagausgabe) schrieb mit Berufung auf Polizeikreise von bis zu 2,5 Millionen Euro Kosten.

Innensenatorin Iris Spranger, die kürzlich von 250.000 Euro sprach, widersprach der zehnmal so hohen neuen Zahl nicht, sondern teilte mit, sie habe bereits „darauf hingewiesen, dass der Aufbau einer solchen Wache mehr kosten wird“. Eine genauere Kostenplanung laufe derzeit und sei noch nicht abgeschlossen.

Mit anderen Worten: Es könnte sogar noch teurer werden als die oben genannten 2,5 Millionen Euro!

Ein neuer Fahrstuhl treibt die Kotti-Wache-Kosten

Geplant ist die neue Polizeiwache ab Anfang 2023 in dem Hochhaus, das über der Adalbertstraße am Kottbusser Tor steht. Sie soll im 1. Stock des Hauses über der darunter liegenden Straße eingerichtet werden.

Kostentreibend könnten demnach besonders ein zusätzlicher Fahrstuhl und weitere Umbauten sein sowie die allgemeinen aktuellen Steigerungen der Baukosten in Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei (GDP) hätte lieber einen anderen Standort, mehr als die geplanten rund 200 Quadratmeter und viel mehr Personal als die angekündigten 20 Personalstellen.

Die Diskussionen und Planungen um eine Polizeiwache an dem Ort mit viel Kriminalität, Partyleben, Drogenhandel und einer teilweise polizeifeindlichen Szene laufen schon lange. Einige Anwohner hoffen auf entspanntere Atmosphäre durch mehr Polizei, andere und linke Gruppen befürchten dagegen mehr Kontrollen und eine Eskalation.

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Wie die Polizei so eine neue Wache in der unübersichtlichen Architektur der dortigen Hochhäuser mit Übergängen, Durchgängen, Außen- und Innentreppen und Hunderten Balkonen vor Beschädigungen oder Farbbeutelwürfen schützen will, ist noch nicht klar.