Am Biesdorfer Baggersee kann man Wasservögel sehen (links) - und im Naturschutzgebiet Karower Teiche gibt es Weiderinder zu bestaunen. BK/FTH, imago/Jürgen Ritter

Ist der Frühling nicht einfach wunderschön? Die Bäume werden grün, die Blütenknospen platzen auf, überall erwacht die Natur aus der Winterstarre. Es ist die schönste Zeit, um spazieren zu gehen – oder sich sogar mal an einen längeren Wander-Ausflug zu wagen. Ich mache das besonders gern, gerade jetzt, wenn die Sonne scheint, es aber noch nicht zu warm ist – die perfekte Zeit, um auf Tuchfühlung mit allerlei Tieren zu gehen!

Es gibt viele Gebiete in Berlin, die für kleine Spaziergänge ideal sind

Jeden Morgen versuche ich, direkt nach dem Aufstehen eine kleine Runde zu drehen. Ich lebe in Karlshorst, umgeben von zahlreichen grünen Gebieten, die für kleine Spaziergänge ideal sind – und in denen ich auch Tieren begegnen kann. Das klassische Beispiel: Vögel.

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Erst kürzlich bin ich morgens in die U-Bahn gestiegen und bis zur Haltestelle Elsterwerdaer Platz gefahren. Von hier wandert man in etwa 15 Minuten auf den Biesdorfer Berg. Durch den Wald auf den Gipfel, während der Lärm der benachbarten Hauptverkehrsstraßen immer weniger wird.

Und plötzlich sind sie da, die Vogelstimmen. Das Gezwitscher, das auf den ersten Blick gleich klingt, doch wer sich konzentriert, der hört die unterschiedlichsten Klänge. Ich bin kein Vogelkundler – und ich möchte auch nicht behaupten, dass ich sie auseinanderhalten könnte. Schön ist es dennoch, das Gratis-Konzert. Klar zuzuordnen ist nur einer: Der Specht, der mit seinem Hämmern den Wald in ein Suchbild verwandelt. Ist er zu hören, lasse ich den Blick immer durch die Baumwipfel und entlang der Stämme schweifen, bis ich ihn gefunden habe, wenn er sich nicht versteckt.

Von den Aussichtsplattformen im Naturschutzgebiet Karower Teiche lassen sich die Vögel beobachten. imago/Jürgen Ritter

Noch nicht nur Vögel gibt es zu bestaunen, auch andere Tiere. So war ich neulich im Naturschutzgebiet „Karower Teiche“, weil mich mein großes Hobby, das Geocaching, herführte. Das ist eine Art der Schnitzeljagd, bei der man mit einem GPS-Gerät nach kleinen versteckten Behältern sucht, um seinen Namen einzutragen – ähnlich wie im Gipfelbuch der Bergsteiger. Rund um die Karower Teiche liegen einige Geocaches. Aber es gibt noch mehr zu sehen!

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Das Gebiet ist knapp 130 Hektar groß, um die namensgebenden Teiche zieht sich ein herrlicher Rundweg, teils über das Feld, teils durch bewaldetes Gelände. Immer wieder gibt es Aussichtsplattformen, von denen man das Treiben auf den Gewässern und an den Schilfrändern beobachten kann. Denn: Das ist ein bedeutendes Rast- und Brutgebiet für Wasservögel und Schilfbrüter, aber auch Arten wie Pirol, Sperbergrasmücke, Braun- und Schwarzkehlchen sind hier heimisch, heißt es auf der Website der Senatsverwaltung für Umwelt.

Die Weiderinder stehen hier überall auf den Wiesen und in den Wäldern - Besucher sollten allerdings respektvollen Abstand wahren. imago/Jürgen Ritter

Und es gibt auch größere Tiere – Parkrinder nämlich, die hier zur Beweidung eingesetzt werden. Das Besondere: Die Flächen, auf denen sie stehen, sind frei zugänglich. Zwar gibt es Tore, doch durch die kann jeder durch – und die Spazierwege im Naturschutzgebiet führen teilweise durch die Flächen, auf denen Rinder stehen. An den Eingängen warnen Schilder davor, den Tieren etwa zu nahe zu kommen, 25 Meter Abstand sollten eingehalten werden. Auch gestreichelt werden sollten die Tiere nicht… und für Hunde gilt Leinenzwang.

Tiere beobachten im Naturschutzgebiet Karower Teiche: So kommen Sie hin

Hin kommt man mit der Bahn (S-Bahn-Station Karow). Wer eine größere Wanderung plant oder das Gebiet bei einer Fahrradtour erkunden will, der kann auch den 34 Kilometer langen Barnimer Dörferweg von Ahrensfelde bis Tegel bezwingen, einen der 20 grünen „Hauptwege“ durch Berlin. Der herrliche Wanderweg führt übrigens direkt am Anfang am Gehrensee vorbei - auch hier war ich neulich, erlebte am Ufer des Sees aufgrund der beginnenden Laichzeit der Frösche ein echtes Kröten-Konzert!

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Es muss aber natürlich nicht die riesige Wanderung sein. Manchmal reicht eben schon ein Spaziergang in der näheren Umgebung. Ich laufe in den Morgenstunden auch gern um den Biesdorfer Baggersee, beobachte an den Aussichtsplattformen am Ufer Enten und Schwäne – einfach himmlisch. Gehen Sie mit offenen Augen durch die Welt… Sie werden staunen, wie viele Tiere Sie entdecken werden.

Florian Thalmann schreibt jeden Mittwoch im KURIER über Tiere.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com