Schauspielerin Marion Kracht ist im November wieder in der Komödie zu sehen. Dieses Mal geht es um Weihnachten. imago/Star-Media

Wenn Marion Kracht am 28. November im Boulevard-Klassiker „Schöne Bescherungen“ von Alan Ayckbourn in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller-Theater auf der Bühne steht, wird sie es gleich doppelt schwer haben: Im Stage Theater des Westens findet am selben Tag die Premiere von „Ku’damm 56 – Das Musical“ statt, die Bühnenadaption des ZDF-Dreiteilers, der auch international viele Millionen Zuschauer in seinen Bann zog. Das ist eine wirklich harte Konkurrenz. Gleichzeitig spielt die 58-Jährige sicher die anspruchsvollste Rolle in dem Ayckbourn-Stück, in dem die weihnachtliche Harmonie und die Rituale bürgerlichen Frohsinns gehörig ins Wanken geraten. Dem KURIER erklärte Marion Kracht, warum Weihnachten bei  so vielen immer wieder vor die Wand fährt und wie die Festtage am Ende doch noch gelingen.

Berliner KURIER: Frau Kracht, bei Ayckbourn weiß man nie: Ist das noch Komödie oder schon Drama. Ihre Rolle in „Schöne Bescherungen“ ist definitiv als Drama angelegt, oder?

Marion Kracht: Ich glaube, dass Leben sowohl Drama als auch Komödie ist. Über Pleiten, Pech und Pannen kann man als Außenstehender oft lachen. Deswegen lacht man auch über die neurotische Phyllis.

Phyllis, Ihre Figur, ist Alkoholikerin. Wie meistern Sie diese schwierige Rolle?

Phyllis will immer das Beste für alle, aber unter Alkohol misslingt das meiste. Mir macht es großen Spaß so eine extreme Figur zu spielen. Vorbilder habe ich da nicht.

Lachen sollte man trotzdem?

Man muss lachen! Das befreit und ist gerade sehr heilsam. Außerdem wären wir alle beleidigt, wenn das Publikum nicht lachen würde.

Weihnachten in der Familie. Was kann es Schöneres geben? Das „Schöne Bescherungen“-Ensemble um Marion Kracht (vorn rechts). Komödie am Kurfürstendamm/Tina Linster

Bei Ayckbourn kommt die Familie zusammen, gutbürgerlich, aber mit Krawall. Wieso muss Weihnachten eigentlich immer vor die Wand fahren?

Es ist der ganz normale Wahnsinn, der jedes Jahr passiert. Wenn man sich besonders bemüht, dass alles schön wird, geht meistens eine Menge schief. Solange man den Humor behält, freut man sich auf´s nächste Jahr.

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Was sind denn die Zutaten für ein Weihnachtsfest ohne Stress? Ihren Geheimtipp, bitte …

Sich darauf freuen, gemeinsam Zeit zu verbringen, und alles ganz gut vorzubereiten, dabei aber nicht zu perfektionistisch zu sein. Das ist schon mal ein guter Anfang.

Sie sind Vegetarierin, Klimaschützerin - Themen, über die man wunderbar streiten kann. Sind Ihre Jungs auf Ihrer Linie, oder bestehen die auf eine echte Weihnachtsgans?

Wir alle sind Vegetarier und Klimaschützer, und gerade unsere Jungs bestehen auf einen korrekten Umgang mit unseren Ressourcen, denn es geht ja um ihre Zukunft.

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Und wie läuft nun das Weihnachtsfest bei Ihnen ab?

Bei uns läuft das ganz traditionell ab. Nach wie vor schmückt das Christkind den Baum mit wunderschönen Christbaumkugeln und echten Kerzen. Bevor das Glöckchen für die Bescherung klingelt, geht´s ab in die Kirche. Nach der Bescherung gibt´s vier oder fünf Gänge, die ich vorbereitet habe. In diesem Jahr sind wir zu siebt, und im Gegensatz zu Phyllis trinke ich erst während des Essens.

Karten für den Komödienklassiker „Schöne Bescherungen“ in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller-Theater mit Marion Kracht, Timothy Peach, Katja Weitzenböck, Achim Wolff u.a. gibt es ab 16,30 Euro im Ticketshop des Berliner KURIER.