Sebastian Czaja (37) posiert mit seinem Wunschzettel, den er unter anderem Raed Saleh geschrieben hat. Foto: FDP-Fraktion/Abgeordnetenhaus

Die Stadt hat ein neues, heißes Topthema: Die Heizpilze vor den Gaststätten. Sollen sie jetzt erlaubt werden oder nicht? Sie könnten den Gästen das Draußen-Sitzen auch bei kälteren Temperaturen ermöglichen und so  den Wirten durch die Corona-Krise helfen. Denn im Freien ist das Ansteckungsrisiko bekanntlich geringer.

Lesen Sie auch: Warum Heizpilze so klimaschädlich sind und sie jetzt trotzdem ein Comeback erleben >>

Doch das Aufstellen der Heizpilze, und das ist der Haken, ist eben nicht überall gestattet. Die Heizstrahler  sind erwiesen umweltschädlich. Jetzt haben die Liberalen im Abgeordnetenhaus das Thema für sich entdeckt und laufen ähnlich wie beim Thema Tegel vor ein paar Jahren richtig heiß. Die FDP will einen Antrag in der nächsten Plenarsitzung am 1.Oktober einbringen, um die berlinweite Genehmigung der Pilze zu erwirken.

Damit der Antrag eine Mehrheit bekommt, greift Fraktionschef Sebastian Czaja (37) zu einem bisher sehr ungewöhnlichen Mittel. Er bittet die SPD, Grüne und Linke sowie Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) um Hilfe und Zustimmung. Und das tut er in unvergleichlicher Schwiegersohn-Manier. Czaja hat einen sehr höflichen Brief geschrieben. Darin erklärt er die Not der Gastronomen:  „Vor diesem Hintergrund appelliere ich an Sie, diese Hilfe unkompliziert auf den Weg zu bringen. Mit einem parlamentarischen Beschluss des vorliegenden Antrags schaffen wir gemeinsam Spielraum für die Gastronomen in ganz Berlin.“

Lassen sich die rot-rot-grünen Herzen mit diesem Brief erwärmen? Das bleibt zur Stunde noch unklar. Bisher hat noch keiner der Angeschriebenen geantwortet.