Das angeklagte Killer-Trio sitzt vor Gericht. Am Dienstag erhielten die Einbrecher in Berlin hohe Haftstrafen. Pressefoto Wagner

Im Reihenhaus in der Wannsee-Idylle hofften Einbrecher auf Goldbarren im Tresor: Matthias B. (57) wurde im Treppenhaus brutal erschlagen. Für 150 Euro.

Drei Männer waren durch die Terrassentür eingestiegen. Es handelte sich aus Sicht des Landgerichts um Alkan T. (32), Rizvo M. (28) und Erkan I. (29). Der Richter: „T. war die treibende Kraft.“ Er sei es auch gewesen, der sofort auf das Opfer eingeschlagen habe – „mit unglaublicher Brutalität gegen dieses kleine, abgemagerte Männlein“.

Wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge soll T. für elf Jahre hinter Gitter. Es gab keine lebenslange Haft, weil das Gericht von erheblich verminderter Schuldfähigkeit ausging. Wegen Alkohol und Drogen. Es wurde im Urteil auch die Unterbringung des Türken in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Killer-Einbrecher mit Alkohol und Drogen im Blut

Rizvo M. und Erkan I. erhielten wegen besonders schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung jeweils sechs Jahre Haft. Sie hätten sich nicht des Mordes schuldig gemacht – „die wuchtigen Schläge waren ein Exzess des Angeklagten T“.

Das Verbrechen geschah am 23. März 2021 im Damsdorfer Weg. Matthias B. wurde wach, als es plötzlich an der Terrassentür schepperte. Ein Stein war in die Scheibe gekracht. Gnadenlos soll T. – mit Alkohol und Drogen im Blut – dann zugeschlagen haben. Der Richter: „Wie wahnsinnig drischt er auf den gesundheitlich angeschlagenen und schmächtigen Mann ein.“ Die Komplizen hätten sich nach Beute umgesehen.

Gerüchte führten zum tödlichen Überfall: Eine Bekannte von B., die sauer war, weil sie nicht bei ihm einziehen konnte, hatte ihrer Mitbewohnerin erzählt, er sei eigentlich wohlhabend. Ein „Tresor mit Goldbarren“! Die Mitbewohnerin tratschte das weiter – ihr Freund T. sei hellhörig geworden, so der Richter.

Das Killer-Trio erbeutet beim Einbruch Schmuck und 150 Euro Bargeld

Alkan T. soll seine Bekannten M. und I. als Komplizen angeheuert haben. Es war 0.45 Uhr, als ein Stein in die Terrassentür flog. Matthias B., der allein und zurückgezogen lebte, begab sich ins Treppenhaus. Nach dem Tod seines Vaters hatte er das Reihenhaus geerbt, doch finanziell war er sehr bescheiden ausgestattet.

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Der Richter: „Sie erbeuteten etwas Schmuck und ganze 150 Euro Bargeld.“ So hatte es M. gestanden – er hatte nach seiner Festnahme vor einem Jahr ausgepackt, T. als Schläger belastet, I. verpfiffen. Auch Alkan T. sagte im Prozess aus. Er allerdings schob die Gewalt auf M. – die Richter glaubten ihm nicht. I. hatte geschwiegen. Seine Anwälte verlangten Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.