Schülerinnen und Schüler einer vierten Klasse gehen nach der Begrüßung durch die Klassenlehrerin auf dem Schulhof ins Schulgebäude. Foto: dpa/Arne Dedert

An der Christoph-Földerich-Grundschule in Spandau sind fünf Kinder in fünf unterschiedlichen Lerngruppen mit Corona infiziert. Das bestätigte die Senatsbildungsverwaltung dem Berliner KURIER am Montagmittag auf Nachfrage. Es sei der bisher größte Ausbruch an einer Schule, hieß es aus der Verwaltung. Die Fälle seien am Wochenende gemeldet worden. Zudem sei ein Siebtklässler einer Neuköllner Sekundarschule positiv getestet worden. Den Namen der Neuköllner Schule wollte die Bildungsverwaltung zunächst nicht nennen, die Schule habe darum gebeten.

Drei der fünf infizierten Kinder gehören laut der Spandauer Amtsärztin Gudrun Widders  zu einer Familie, bei den beiden anderen Kindern sei wahrscheinlich, dass die Familien Kontakt hatten. „Die Ansteckung hat offenbar nicht in der Christoph-Földerich-Grundschule stattgefunden“, sagte Widders dem KURIER. In der siebenköpfigen Familie mit den drei betroffenen Kindern seien auch zwei andere Familienmitglieder positiv getestet worden. Ob die Kinder die Erwachsenen oder andersherum angesteckt hätten, sei zurzeit noch nicht nachzuvollziehen.

Alle betroffenen Kinder stammten aus rumänischen Familien, so die Spandauer Amtsärztin. In ihrem Bezirk, aber auch in anderen Bezirken Berlins, seien in den letzten Wochen häufig Fälle – auch außerhalb des Schulkontexts – aus der Bevölkerungsgruppe gemeldet worden. „Bei den Fällen, die jetzt gemeldet werden, ist insbesondere auffällig, dass rumänische Familien betroffen sind“, so Widders.

Rund 50 Kinder und neun Lehrer in Quarantäne

Zuerst seien an der Christoph-Földerich-Grundschule zwei Kinder einer vierten und sechsten Klasse positiv gemeldet worden. Die sie betreffenden Klassen – insgesamt 20 Kinder und vier Lehrkräfte – seien bis zum 12. Juni in Quarantäne geschickt worden. Erst danach seien die drei Geschwisterkinder in zwei unterschiedlichen dritten und einer zweiten Klasse positiv getestet worden. In diesen Fällen wurden drei Lerngruppen mit insgesamt 29 Kindern und fünf Lehrkräften zur Quarantäne aufgefordert.

Amtsärztin und Gesundheitsamt verfolgen nun die Kontakte nach. Das sei mühselig und kompliziert, sagt Widders. Eltern an der Schule, deren Kinder nicht in Quarantäne geschickt worden seien, bei denen aber Symptome oder Unsicherheiten aufträten, sollten sich beim Gesundheitsamt melden. „Dann testen wir die Kinder sicherheitshalber.“

Die Bildungsverwaltung teilte mit, dass die Schule nicht ganz geschlossen werde. „Es wird einen reduzierten Präsenzbetrieb mit mehr „Lernen zu Hause“ geben“, sagte Sprecher Martin Klesmann dem KURIER.

Verunsicherte Eltern der Spandauer Grundschule hatten sich an den KURIER gewandt. Ihre Kinder waren in Quarantäne geschickt worden, ein offizieller Elternbrief aber unterblieb. Man sei verunsichert, die Lage unklar, so die Kritik.

Die Leitung der Christoph-Földerich-Grundschule teilte am Montag auf Nachfrage mit: „Leider ist die Schule in solchen Fragen den Medien gegenüber nicht auskunftsberechtigt.“

Laut Bildungsverwaltung ist an der Schule nun ein Elternbrief in Arbeit. Das sei bisher unterblieben, weil die Lage kompliziert gewesen sei und die Testergebnisse noch nicht alle vorlagen. Die Bildungsverwaltung bereite eine „Handreichung für Schulen“ vor zum Umgang mit Corona-Infektionen in Berliner Schulen.