Altenpfleger Dennis Schoneveld sammelt im Domizil-Pflegeheim in Mariendorf Weihnachtspäckchen für einsame Senioren.
Altenpfleger Dennis Schoneveld sammelt im Domizil-Pflegeheim in Mariendorf Weihnachtspäckchen für einsame Senioren. Sabine Gudath

Viele Menschen in Berlin freuen sich schon jetzt auf das Weihnachtsfest – auf gemeinsame Zeit mit der Familie, leckeres Essen, das Auspacken der Geschenke. Doch nicht jeder kann das Fest genießen: Vor allem ältere Menschen sind oft einsam, verbringen die Festtage im Pflegeheim oder gar in Krankenhäusern. Doch die Berliner können diesen Menschen auch in diesem Jahr ganz einfach eine besondere Freude machen – denn Altenpfleger Dennis Schoneveld startet wieder seine beliebte Weihnachtspäckchen-Aktion.

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Vor zwei Jahren sammelte der heute 35-Jährige zum ersten Mal weihnachtliche Päckchen für einsame Senioren – die Aktion sollte eigentlich nur für die Bewohner des Pflegeheims in Mariendorf sein, in dem Schoneveld arbeitet. Doch nach mehreren Aufrufen, auch im KURIER, passierte ein kleines Weihnachtswunder: Unzählige Päckchen erreichten die Einrichtung, das kleine Lager platzte aus allen Nähten!

Rund 1800 Päckchen kamen 2020 und 2021 im Pflegeheim an

„Viele Anrufe und noch mehr Pakete kamen, am Ende waren es um die 600 Geschenkpäckchen“, erzählte der Altenpfleger dem KURIER. Nur 100 davon konnten an die Pflegeheim-Bewohner verteilt werden, der Rest wurde zu anderen Einrichtungen gebracht, außerdem auf der Covid-Station eines Krankenhauses verteilt. Im vergangenen Jahr setzten die Berliner dann noch einen drauf: Zum Weihnachtsfest 2021 kamen mehr als 1000 Päckchen an – sie gingen an Pflegeheime, die Berliner Tafel und an ein Krankenhaus, berichtet Schoneveld.

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Wichtig: Auf den Paketen sollte vermerkt sein, welcher Inhalt sich darin befindet - so können die Geschenke passenden Empfängern zugeordnet werden.
Wichtig: Auf den Paketen sollte vermerkt sein, welcher Inhalt sich darin befindet - so können die Geschenke passenden Empfängern zugeordnet werden. Volkmar Otto

Der Erfolg ist Grund genug, in diesem Jahr einen dritten Anlauf zu starten. „Besonders zur Weihnachtszeit fühlen sich viele Menschen einsam und durch ein Geschenk kann ihnen ein Glücksmoment beschert werden“, heißt es in Schonevelds Aufruf. Auch in diesem Jahr solle ein großer Teil an die Berliner Tafel gespendet werden – aber auch andere Institutionen, die das Projekt unterstützen wollen, können sich melden. Und natürlich alle, die ein Päckchen packen wollen! Bis zum 16. Dezember können die kleinen Geschenke an Schonevelds Pflegeheim geschickt werden.

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Nur: Was soll rein? Neben Süßigkeiten wie Schokolade oder Gummibärchen freuen sich viele der Empfänger auch über Pflegeprodukte wie einen Kamm oder eine Bürste, einen Rasierer, Duschzeug, eine Zahnbürste oder ein Nagelpflegeset. Auch selbstgebastelte Sachen kommen gut an, außerdem kleine Dekorations-Artikel, mit denen Pflegeheim-Bewohner oder Patienten im Krankenhaus beispielsweise ihren Nachtschrank etwas schmücken können.

Auch kleine Dinge wie Rätselhefte oder Socken kommen gut an. Und: Wer mag, kann auch einen Brief oder eine Karte mit ein paar lieben Worten beilegen – auch darüber freuen sich die Empfänger sehr. Es gehe um die nette Geste, nicht um große Werte. „Damit ich nicht die Pakete öffnen muss, wäre es hervorragend, wenn auf dem Paket steht, ob es für eine Frau oder Mann und was für ein Inhalt sich im Paket befindet“, sagt Schoneveld.

Die Corona-Lockdowns verschärften das Problem der Einsamkeit

Die Inspiration für das Geschenk-Projekt kam übrigens direkt aus Schonevelds Arbeitsalltag. „Auch wir haben Bewohner, die niemanden mehr haben“, erzählte er dem KURIER zu Beginn der Aktion. Dann kamen die Corona-Lockdowns, die das Problem der Einsamkeit noch verschärften.

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„Es war am Anfang nicht leicht, den teilweise dementen Patienten beizubringen, warum sie nun keinen Besuch mehr bekommen“, erzählte er. „Aufgrund der langen Besuchspause gab es später Bewohner, die ihre Angehörigen nicht mehr erkannten. Sie haben geweint, hatten Angst. Das war und ist für alle sehr traurig.“ Die Geschenke brachten dann einen Moment der Freude in den Pflegeheim-Alltag – und das wird sich in diesem Jahr mit der Hilfe der Berliner hoffentlich wiederholen.

Adresse: Dennis Schoneveld, Domizil Alt-Mariendorf, Mariendorfer Damm 148–150, 12107 Berlin