Trotz Millionenhilfe kann mehr als ein Drittel aller Klier-Filialen nicht erhalten werden. Foto: imago/Sven Simon

Die Friseur-Kette Klier, Deutschlands größte in der Branche, schließt bundesweit insgesamt 500 Filialen. Nachdem das Unternehmen im September zunächst ein Schutzschirmverfahren eröffnet hatte, dem Anfang Dezember die Insolvenz folgte, stimmte am Mittwoch die Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan mit großer Mehrheit zu. Bei Klier geht man davon aus, dass das Eigenverwaltungsverfahren voraussichtlich Ende April 2021 beendet werden kann. „Damit stehen nun die Zeichen für das führende Friseurunternehmen in Deutschland auf Neustart und Aufbruch in eine sichere Zukunft“, teilt das Unternehmen mit. Die Klier Hair Group sei jetzt „robust aufgestellt“ und habe eine überzeugende Zukunftsstrategie.

Die Friseur-Kette hatte bereits 2019 etliche Filialen geschlossen und sich erfolgreich zurück in die Gewinnzone saniert. Mit Corona brachen dann jedoch die Umsätze ein, während das Unternehmen von hohen Kosten zurück in die Verlustzone gedrückt wurde. Klier nahm einen Überbrückungskredit der Staatsbank KfW über zehn Millionen Euro auf und verhandelte mit Vermietern über die Salon-Mieten.

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Mit einem Großteil sei eine „annehmbare Einigung“ erreicht worden. „Es ist uns gelungen, insgesamt 850 Salons und Shops mit zirka 6400 Mitarbeitern zu erhalten“, ließ Firmen-Chef Michael Klier mitteilen. Das bedeutet aber auch, dass mehr als jeder dritte Salon der Kette schließen musste. 2100 Beschäftigte verlieren ihren Job.

In Berlin betreibt die Klier Group insgesamt mehr als 40 Filialen mit über 200 Beschäftigten, zwanzig Salons werden dichtgemacht.

Die meisten Berliner Salons der Kette gehören zu den Marken Essanelle und Frisör Klier. Der hiesige Markt gilt als einer der härtesten in der Republik. Laut Handwerkskammer gibt es in der Stadt genau 2486 Salons. Das sind sieben Friseurgeschäfte mehr als 2019 und im Schnitt drei pro Quadratkilometer. Wie viele Klier-Filialen in der Stadt dauerhaft geschlossen werden, war auf Nachfrage zunächst nicht zu erfahren. Zu Jahresbeginn hatte man bei der zuständigen Gewerkschaft Verdi noch mit dem Aus für „wenigstens zehn Filialen“ gerechnet.