Franziska van Almsick beim TV-Talk „3nach9“ von Radio Bremen Radio Bremen/Frank Pusch

„In diesem Sommer laufen wir Gefahr, viele Kinder oder erwachsene Menschen zu verlieren, weil sie den Umgang mit Wasser in den letzten Monaten nicht üben konnten“, erklärte Franziska van Almsick (42) in der Radio Bremen-Talkshow „3nach9“, die am Dienstag im Ersten ausgestrahlt wurde. Durch die wochenlange Schließung der Sportstätten habe sich ein ohnehin bestehendes Problem weiter verschärft: Jeder zweite Drittklässler in Deutschland könne nicht sicher schwimmen, so van Almsick im Gespräch mit Gastgeber Giovanni di Lorenzo.

„Normalerweise gehört der Schwimmunterricht in die erste, zweite Klasse an jede Grundschule“, findet sie. Die Realität sehe jedoch häufig anders aus: „Es gibt wahnsinnig viele Familien, die ihre Kinder gerne zum Schwimmunterricht bringen möchten, aber dafür gibt’s mittlerweile Wartelisten.“ Manche Gemeinde verfüge nicht mal mehr über eine eigene Schwimmhalle.

Die mehrfache Welt- und Europameisterin setzt sich mit der nach ihr benannten Stiftung dafür ein, dass hierzulande möglichst flächendeckend Schwimmunterricht angeboten werden kann. „Schwimmen lernen ist elementar. Das ist etwas, was die Kinder einfach können müssen“, erklärte sie bei „3nach9“. Leider würden die Prioritäten bisweilen anders gesetzt. „Da ist es wichtiger, dass das Kind schon Chinesisch in der ersten Klasse hat."