Der Festakt am Sonnabend: Flughafenchef Engelbert Lütke-Daldrup (3.v.l.), Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD, 3.v.r.), Easyjet-CEO Johan Lundgren (2.v,r.), Carsten Spohr (l), Chef der Lufthansa, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD, r) und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU, 2.v.l.). Woidke wurde Corona-positiv getestet, Scheuer und Lütke-Daldrup sind bereits in Quarantäne. Foto: Tobias Schwarz/POOL/AFP/dpa

War der Festakt zur Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg (BER) ein Superspreading-Event? Nachdem am Dienstag bekannt wurde, dass sich einer Gäste, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), mit Corona infiziert hat, will sich nun auch Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup auf das Covid 19-Virus testen lassen. Das kündigte er am Dienstagmittag während einer Pressekonferenz an. Bis das Testergebnis vorliegt, gehe er in Quarantäne, so Lütke Daldrup.

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Er glaube aber nicht, dass es während des Festakts am Sonnabend zu Ansteckungen gekommen sei. „Wir haben ein strenges Hygienekonzept umgesetzt“, sagte Lütke Daldrup. „Ich gehe davon aus, dass nichts passiert ist.“ Wer nicht gerade eine Rede hielt, musste eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Außerdem galten Abstandsregeln, die auch durchgesetzt worden seien. Statt der ursprünglich geplanten 150 Menschen durften lediglich 50 Gäste an der Feier im Mainpier des neuen Terminals 1 teilnehmen, die gegen 14 Uhr begann.

Außer Woidke und Lütke Daldrup nahmen unter anderem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft FBB, Rainer Bretschneider (ebenfalls SPD) teil. Einige Airline- und Flughafenchefs waren ebenfalls bei dem Festakt dabei. „Als weitere Vorsichtsmaßnahme werden wir jetzt alle Teilnehmer informieren“, so der Flughafenchef.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geht nach Absprache mit Ärzten ebenfalls Quarantäne, sagte eine Sprecherin am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Corona-Alarm: Michael Müller verlässt Senatssitzung

Nach Bekanntwerden des positiven Corona-Tests bei Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat sich auch sein Berliner Kollege Michael Müller (SPD) als mögliche Kontaktperson testen lassen. Der Politiker verließ am Dienstag die laufende Senatssitzung, "bis alle notwendigen Fragen geklärt sind", wie Vize-Regierungschef und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) twitterte. Müller werde als mögliche Kontaktperson Woidke die Amtsgeschäfte vorerst von zu Hause aus führen, so Lederer.

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Dem Regierenden Bürgermeister gehe es darum, sich auf das Coronavirus testen zu lassen und seinen Status zu klären, hieß es dazu in Senatskreisen. Eine Frage selbst im Falle eines negativen Ergebnisses ist, ob Müller in häusliche Quarantäne muss.

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Der Senat setzte seine reguläre Sitzung zunächst unter Leitung Lederers fort. Anschließend traf die Senatorenriege mit Vertretern der katholischen Kirche um Berlins Erzbischof Heiner Koch zusammen - ohne Müller.