Der Flughafen Tegel am Abend. Am 8. November 2020 soll er schließen. Foto: imago/Schöning

Wenn es Abend wird in Tegel, kehrt dort noch lange keine Ruhe ein. Das zeigt eine aktuelle Statistik der Flughafengesellschaft FBB, die dem KURIER vorliegt. Danach ist die Lärmbelastung, die Anwohner des Flughafens zu später Stunde ertragen müssen, im vergangenen Jahr auf hohem Niveau fast unverändert geblieben. „Über die Jahre hinweg ist sie aber enorm gestiegen“, so Jörg Stroedter, SPD-Abgeordneter aus Reinickendorf und Vizechef der SPD-Fraktion.

Der Statistik zufolge fanden 2019 in Tegel zwischen 22 bis 5.59 Uhr 10.108 Starts und Landungen statt. Davon wurden 1344 Flugbewegungen ab 23 Uhr registriert –  dann, wenn die meisten Menschen Ruhe brauchen. Zum Vergleich: Im Jahr davor wurde Tegel zwischen 22 und 5.59 Uhr für 10.123 Starts und Landungen genutzt, davon 1547 ab 23 Uhr.

2002 war die Zahl der Spät- und Nachtflüge in Tegel nur halb so groß. Stroedter ist sich bewusst, dass auch die Anwohner des Schönefelder Flughafens nachts Lärm ertragen müssen. Dort gilt heute kein Nachtflugverbot. Aber es seien nicht so viele Menschen betroffen. Für TXL gelten nur Nachtflugbeschränkungen. Zwar wurde als Regel festgesetzt, dass es zwischen 23 und 6 Uhr keine Flugbewegungen geben darf. Von dieser Regel sind jedoch Ausnahmen möglich.