Fluggäste warten in der Haupthalle des Flughafens Berlin Brandenburg (BER)  dpa/Fabian Sommer

Der mit neun Monaten nicht mehr ganz so neue Hauptstadtflughafen BER stellt Passagiere zufriedener als der alte Berliner Flughafen Tegel. Das jedenfalls hat eine Umfrage im Auftrag der Flughafengesellschaft ergeben.

In den ersten Betriebsmonaten erhielt der neue Flughafen von Fluggästen die Durchschnittsnote 1,9. In Tegel war es im letzten vollständigen Betriebsjahr die Note 3,4, wie aus Angaben der Flughafengesellschaft hervorgeht. Das war vor Ausbruch der Corona-Pandemie, als Tegel völlig überlastet war. Wegen der bevorstehenden Schließung war dort nur das Notwendigste investiert worden. Insbesondere den Sanitäranlagen war das anzumerken gewesen.

„Fluggäste, die vom BER bereits abgereist sind, zeigen sich vom BER und dem Reisen unter Corona-Bedingungen zufrieden“, hieß es bei den Betreibern. Gute Noten erhalten die Sitzmöbel und das kostenfreie WLAN in den Wartebereichen, aber auch die Sauberkeit der Toiletten sowie Freundlichkeit und Wartezeit an den Sicherheitskontrollen.

Dazu trägt bei, dass wegen der Corona-Beschränkungen zunächst am BER zunächst kaum jemand flog. Nur ein Bruchteil der erwarteten Passagiere nutzte den neuen Flughafen. Erst zum Sommer stiegen die Zahlen kräftig an. Zwei der drei Terminals sind aber noch geschlossen.

Vor allem weil viele Urlauber zurückkehren, wurden am Freitag rund 53.000 Fluggäste gezählt. Das Terminal 1 war damit mehr als zur Hälfte ausgelastet. An diesem Sonntag wurden noch einmal mehr als 52.000 Passagiere erwartet. Das ist weniger als die Hälfte der Reisenden, die es im Sommer 2020 täglich gegeben hatte, aber deutlich mehr als die im Schnitt30.000 im ersten Corona-Sommer 2020. 

Zu viele kommen mit dem Auto zum Flughafen BER

Ein Ergebnis der Umfrage, für die das Unternehmen Epinion über 102 Tage 6352 abreisende Fluggäste befragte: Nahezu jeder Zweite war mit dem Auto zum Flughafen gefahren. Insgesamt 45 Prozent kamen mit dem eigenen Fahrzeug, einem Mietwagen, im Taxi oder sie ließen sich von Freunden oder Verwandten bringen. Ebenfalls 45 Prozent nutzten Bus und Bahn.

Als Ziel hatten die Betreiber jedoch ausgegeben, dass knapp 60 Prozent mit Bus und Bahn kommen, langfristig sogar 70 Prozent. Denn obwohl der BER einen eigenen Autobahnanschluss hat, gilt die Straßenanbindung als beschränkt. Umlandgemeinden fürchten Staus, wenn der Flugbetrieb unter Volllast läuft und sich am Standort mehr Unternehmen ansiedeln. „Eine Anbindung des BER an das Hochgeschwindigkeitsnetz der DB mit ICE-Verbindungen könnte noch mehr Reisende von der Anreise mit der Schiene überzeugen und Reisezeiten verkürzen“, hoben die Betreiber hervor. 

Der Flughafen war Ende Oktober 2020 mit neun Jahren Verspätung und verdreifachten Kosten eröffnet worden.