Die Blitzknaller der Sorte Filou waren zu DDR-Zeiten beliebt.
Die Blitzknaller der Sorte Filou waren zu DDR-Zeiten beliebt. DDR Museum Berlin

Nach zwei Jahren Verkaufs-Pause war der Run auf Feuerwerkskörper in diesem Jahr riesengroß: Zahlreiche Geschäfte boten Böller und Raketen an, schon am ersten Verkaufstag räumten zahlreiche Knall-Fans die Regale der Discounter leer. Das Sortiment ist heute kaum zu überblicken – so viele einzelne Produkte liegen in den Auslagen. Das war früher anders: Zu DDR-Zeiten gab es wesentlich weniger Feuerwerkskörper – aber erinnern Sie sich noch, womit man damals knallte?

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Einige der Stücke sind noch heute konserviert – im Fundus des Berliner DDR Museum! Das Haus in der Karl-Liebknecht-Straße zeigt in der Ausstellung Artefakte aus den Zeiten vor der Wende, betreibt zusätzlich ein Depot mit Tausenden Objekten, das etwas versteckt in Spandau liegt. Im Lager des Museums gibt es auch einige Knaller aus DDR-Zeiten, denn schon früher wurde geböllert!

Eine Schachtel Filou-Knaller kostete in der DDR 2,80 Mark.
Eine Schachtel Filou-Knaller kostete in der DDR 2,80 Mark. DDR Museum Berlin

Einer der Artikel, an den sich sicher viele erinnern: Die Knaller-Schachtel mit dem Namen „Filou“. Diese Blitzknaller – sie erzeugten neben dem lauten Knall aus einen Lichtblitz – durften von Personen über 16 Jahren gekauft werden. Sie wurden an der Reibefläche einer Streichholzschachtel entzündet und weggeworfen. Hergestellt wurden sie in Silberhütte, eine Schachtel mit 20 Stück kostete laut der Website „Feuerwerks-Datenbank“ 2,80 Mark. Gegen Ende der Produktion gab es auch eine Schachtel in einem gelben Design.

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Ebenfalls mit Blitz und Knall überzeugten die „Blitzschläge“, die es bis zur Wende gab. Das grüne Schachtel-Design dürfte vielen in Erinnerung geblieben sein. Eine Packung mit 20 Stück – geeignet für Personen über 16 Jahren – kostete 7 Mark. Auch diese Knallkörper wurden an einer Steichholzschachtel entzündet und weggeworfen. In der Anleitung ist das kurz zusammengefasst: „Am Zündkopf anzünden, schnell fortwerfen.“

Die Blitzschläge kosteten pro Schachtel 7 Mark.
Die Blitzschläge kosteten pro Schachtel 7 Mark. DDR Museum Berlin

Doch auch Raketen gab es in der DDR – es sollte nicht nur laut, sondern auch bunt zugehen am Himmel. So wurde im VEB Sprengstoffwerk Gnaschwitz etwa die Rakete „Color Star“ hergestellt, vom  VEB Pyrotechnik Silberhütte kam klassische Sternrakete.

Auch die „Kometen-Rakete mit Kosmos-Schweif“ war beliebt. Sie kostete übrigens 2,30 Mark, bestach mit „mehrfarbigem Aufstieg mit Verwandlung von rot zu grün und einem Knall mit grellem Lichtblitz“, heißt es in der Feuerwerks-Datenbank. Die meisten Raketen in der DDR hatten übrigens nicht – wie es heute üblich ist – einen Raketen-Körper aus Pappe. Stattdessen wurde bei der Herstellung ein Aluminium-Körper verwendet.

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Außerdem gab es auch in der DDR das noch heute beliebte Tischfeuerwerk – diese Papp-Feuerwerkskörper werden auf einen feuerfesten Untersetzer gestellt, werfen nach dem Entzünden kleine Spielsachen, Konfetti oder Luftschlangen aus. Mehrere Tischbomben befinden sich auch im Fundus des DDR Museum Berlin. Und darauf sind sogar echte Ost-Stars zu sehen – unter anderem Herr Fuchs und Frau Elster.

Auch Tischfeuerwerk gab es in der. DDR.
Auch Tischfeuerwerk gab es in der. DDR. DDR Museum Berlin

Das beliebte Museum un der Karl-Liebknecht-Straße ist momentan übrigens geschlossen – das Wasser aus dem geplatzten Aquadom im Gebäude darüber hinterließ auch in den Museums-Räumen Schäden. Erst im April soll die Ausstellung wieder für Besucher öffnen.

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„Das Team des DDR Museum hat sofort sämtlichae Kulturgüter in Sicherheit gebracht und arbeitet aktuell daran, die umfangreichen baulichen Schäden schnellstmöglich zu beheben. Der Hauseigentümer unterstützt unser Museum hierbei mit allen Kräften“, heißt es in einer Mitteilung.