Feuerwehreinsatz (Symbolbild) imago

Die monatelange Serie der Brände und mutmaßlichen Brandstiftungen in Berlin-Spandau hat sich trotz intensiver Ermittlungen und Gegenmaßnahmen der Polizei fortgesetzt. In der Nacht zu Donnerstag wurden Feuer in mehreren Kellern in zwei Hochhäusern im Stadtteil Staaken im Blasewitzer Ring entdeckt. Zwölf Menschen mussten aus den Häusern in Sicherheit gebracht werden. Die Menschen wurden in einem Bus der BVG betreut. Verletzt worden sei niemand. Die Brände wurden schnell gelöscht.

Bereits am Mittwochabend wurden bei einem Feuer in einem fünfgeschossigen Wohn- und Geschäftshaus in Moabit zwei Bewohner verletzt und von der Feuerwehr ins Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehrleute retteten fünf Menschen aus Lebensgefahr. Zwei von ihnen wurden mit Leitern aus dem Haus in der Waldenserstraße geholt. Das Feuer war in einer Wohnung im ersten Stock ausgebrochen. Möbel brannten, es gab viel Rauch.

Seit einem halben Jahr immer wieder Brandstiftungen

Die Brandserie in Staaken im Bezirk Spandau dauert inzwischen schon etwa sechs Monate, im Herbst 2021 hatte es dort erst auffällige Feuer meist in Kellern von Hochhäusern gegeben. Die Polizei geht von Brandstiftungen von einem oder mehreren Tätern aus. Vor einer Woche hatte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) von bislang 75 Taten gesprochen, seitdem kamen mehrere Brände hinzu. Die Bewohner der Hochhäuser in der Gegend seien sehr beunruhigt, hieß es.

Die Polizei setzte eine sogenannte Ermittlungsgruppe mit der Bezeichnung „Quartier“ ein. Verdeckte Ermittler der Kriminalpolizei, uniformierte Streifen und Teams zur vorbeugenden Beratung sind in dem Gebiet unterwegs. Eine Belohnung von 1000 Euro wurde für Hinweise ausgesetzt. Der Senat forderte die Wohnungsbaugesellschaften dringend auf, herumliegenden Müll in den Häusern schneller zu entsorgen, Türschlösser zu reparieren und Hausmeister und Wachleute einzusetzen.