Henny Reents posiert für den Zweiteiler „Charlotte Link – Die Suche“. Jetzt spielt sie in der Komödie am Kurfürstendamm. ARD Degeto

Nach der supertoleranten Kino-Familie in „Willkommen bei den Hartmanns“ von Simon Verhoeven erleben wir jetzt womöglich das Gegenteil in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller-Theater. Dort hat am 30. Januar „Der Chinese“ Premiere. Mittendrin und an der Seite von Thomas Heinze steht Henny Reents – als strenge, aber treusorgende Hausfrau, die ihre Familie mit regionalen und fleischlosen Mahlzeiten bekocht. Der KURIER wollte mehr wissen.

Berliner Kurier: Wie kriegen Sie es hin, dass Ihre Bühnenfigur Gwendolyn bei all der Strenge noch liebenswert rüberkommt?

Henny Reents: Sie möchte im Grunde alles besonders gut machen für ihre Familie. Daran ist ja erst mal nichts schlecht. Das heißt, es war wichtig für mich, die Ambivalenz der Figur herauszuarbeiten.

Der Chinese (Yu Fang, Mitte) kommt zu Besuch nach Deutschland, um zu lernen, wie man „richtig“ glücklich wird und bringt durch seine pure Anwesenheit alles aus dem Lot. Links: Thomas Heinze, rechts: Henny Reents. Michael Petersohn (www.polarized.de)/zVg

Inwieweit konnten Sie denn aus Ihrem eigenen Naturell schöpfen?

Bei manchen Rollen gibt es schon Parallelen zu meinem eigenen Leben. Aber in diesem Fall war es anders und für mich ist das Schöne und Interessante in dem Stück „Der Chinese“, die Figur in ihrem Gutmenschen-Dasein gnadenlos zu überzeichnen.

Sie gehören also selbst nicht zur legendären Bionade-Bourgeoisie. Leben Sie weitgehend ökologisch korrekt?

Ich versuche es, so gut wie es geht. Fahrrad fahren, Bahn nehmen, unnötige Flüge vermeiden, und ich muss auch nicht jeden Tag Fleisch essen …  Es gibt eben nur diesen einen Planeten.

Wer hat schon was gegen autofreie Innenstädte?, fragt Henny Reents

Im „Chinesen“ von Benjamin Lauterbach stecken eine Menge zeitgenössischer Verweise. Glauben Sie, dass wir uns auf eine Welt ohne Autos, Raucher, Handys und vielleicht auch ohne EU zubewegen?

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Ich hoffe einfach, dass sich in der Zukunft einige Dinge verbessern. Denn: Wer hat schon was gegen autofreie Innenstädte und gesunde Luft? Mir würde das gefallen. Allerdings denke ich, England hat sich nicht unbedingt einen Gefallen damit getan, aus der EU auszutreten.

Wie viel Spaß macht Ihnen das Spiel mit Thomas Heinze, den sieht man so gut wie nie auf der Komödien-Bühne?

Thomas ist einfach toll! Es macht wirklich viel Spaß, auch insgesamt mit dem ganzen Team. Der Regisseur Daniel Krauss schafft eine gute und kreative Arbeitsatmosphäre. Und momentan studieren wir ein paar Songs mit dem Gesangscoach ein … Ich freue mich wirklich jeden Tag, ins Theater zu kommen.

„Der Chinese“ von Benjamin Lauterbach mit Thomas Heinze, Henny Reents, Maximilian Diehle, Anna Julia Antonucci, Michael Kind, Kirstin Warnke und Yu Fang hat am 30. Januar Premiere in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller-Theater. Karten gibt es ab 16,30 Euro im Ticketshop des Berliner KURIER.

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