V.l.n.r.: Eine junge Frau beißt in eine Tafel Schokolade, ein Glas mit Schnaps wird vor Flaschen mit Spirituosen gehalten und ein Mann raucht eine Zigarette. Foto: dpa

Die weltweite Corona-Pandemie, der damit verbundene Lockdown verlangen den Menschen auch in Berlin viel ab. Doch auf die Fastenzeit, die üblicherweise nach den tollen Tagen beginnt, werden viele Menschen dennoch nicht verzichten. Von Aschermittwoch bis Ostern lassen manche die Finger von Alkohol oder Süßkram, andere verzichten zumindest zeitweise auf Handy oder Auto. Viele entscheiden sich auch für eine klassische Fastenkur. Fragen und Antworten zum Fasten:

WAS IST DIE FASTENZEIT?

Die Tradition des Fastens kommt in den meisten Weltreligionen vor. Die traditionelle Fastenzeit im Christentum vor Ostern erstreckt sich von Aschermittwoch bis Karsamstag, also in diesem Jahr bis zum 3. April. Die Sonntage werden dabei nicht mitgerechnet.

WELCHE MÖGLICHKEITEN GIBT ES NEBEN DEM NAHRUNGSVERZICHT?

Die Bandbreite auch unter den Gläubigen ist groß. In der evangelischen Kirche gibt es die Aktion „Sieben Wochen ohne“. Diese steht in diesem Jahr unter dem Motto „Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockaden“ und will angesichts der harten Regeln in Corona-Zeiten zum Nachdenken über das Miteinander anregen.

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Die Aktion „Autofasten“ wurde hingegen eingestellt, weil sich mehrere Kirchen und Bistümer zurückzogen, aber das Auto stehen lassen kann ja auch jeder selbst. Anregungen gibt auch die Aktion „Klimafasten“ der Kirchen.

Medienexperten empfehlen zudem eine „digitale Auszeit“, also den bewussten Verzicht auf Fernsehen, Computer und Smartphone. Um Kinder und Jugendliche zum Medienfasten zu animieren, sollte die Familie gemeinsam festlegen, welche Geräte an welchen Tagen und zu welchen Zeiten Pause haben.

WIE VERBREITET IST DAS FASTEN?

Nach einer aktuellen Umfrage der Krankenkasse DAK Gesundheit verzichteten 64 Prozent schon einmal für mehrere Wochen gezielt auf ein bestimmtes Genussmittel oder auf Konsumgüter. Vor der Fastenzeit gaben mit 73 Prozent fast drei Viertel an, in diesem Jahr auf Alkohol verzichten zu wollen.

Mit 68 Prozent wollen mehr als zwei Drittel keine Süßigkeiten essen, auf Fleisch will fast jeder zweite Befragte verzichten. Die Bereitschaft für eine bewusste Auszeit von Handy und Internet sinkt in Corona-Zeiten offenbar. Mit 24 Prozent will knapp jeder Vierte darauf verzichten, im vergangenen Jahr waren dies noch 29 Prozent. Etwa ein Viertel will das Auto stehen lassen.

WAS BRINGT DAS KLASSISCHE FASTEN?

Beim Fasten wird für eine bestimmte Zeit völlig oder teilweise auf Essen verzichtet. Die Anhänger versprechen sich davon Wohlbefinden, eine „Reinigung von Körper und Geist“, aber auch Gewichtsreduzierung und Entspannung.

Wenn der Körper keine oder weniger Nahrungsenergie erhält, stellt er sich auf den sogenannten Hungerstoffwechsel um: Der Stoffwechsel brennt auf Sparflamme. Der Organismus greift dann seine Energiereserven an, vor allem die körpereigenen Kohlehydratreserven in Leber und Muskeln, Körpereiweiß und -fett. Eine klassische Fastenkur dauert in der Regel sieben bis zehn Tage.

WAS SOLLTE BEACHTET WERDEN?

Grundsätzlich gilt dabei immer, viel zu trinken. Auch ist bei einer Fastenkur Bewegung wichtig, um dem Muskelabbau vorzubeugen. Gerade wer sehr rigoros fasten will, sollte zuerst mit einem Arzt sprechen. Das gilt vor allem bei Vorerkrankungen wie Rheuma oder Gicht. Das sogenannte Heilfasten unterstützt die medikamentöse Therapie bei entzündlichen Prozessen. Kindern, Schwangeren oder Stillenden wird vom Fasten generell abgeraten.

HILFT FASTEN BEIM ABNEHMEN?

Zunächst einmal ja - wer aber dauerhaft Gewicht verlieren will, kommt mit Fasten auch nicht weiter, es kann jedoch ein Einstieg sein. Langfristig hat dabei nur Erfolg, wer seine Ernährung grundsätzlich umstellt und sich ausreichend bewegt.