Das war's: die Fashion Week verschwindet aus der Hauptstadt. Foto:  Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Aus der Modemesse Berlin Fashion Week wird ab dem kommenden Sommer die Frankfurt Fashion Week. Das teilte der Veranstalter Premium Group am Montag mit. Die hessische Finanzmetropole werde damit „zum neuen Hotspot der internationalen Fashion- und Lifestyleszene“, betonte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann.

„In Frankfurt am Main wird die Zukunftsvision einer Fashion Week Realität: Mit Tradeshows, Konferenzen, Runways und Events eingebunden in die gesamte Stadt, basierend auf den beiden Säulen Digitalisierung und Nachhaltigkeit“, erklärte Premium Group weiter. Das Unternehmen verwies dabei auch auf die Bedeutung der Stadt als Finanzmetropole.

Gastgeber der Messe sollen neben der Premium Group das Land Hessen und die Stadt Frankfurt sein. Deren OB Peter Feldmann sprach von einer „einmaligen und internationalen wirtschaftlichen Chance“. Erwartet werde eine Umwegrentabilität von mehr als 200 Millionen Euro pro Jahr für die gesamte Region.

„Hotellerie, Gastronomie und Transport werden dadurch massiv angekurbelt“, hob der SPD-Politiker weiter hervor. Ziel sei, dass „wir das Thema Mode und Design in die Stadt tragen und mit eigenen spannenden Veranstaltungen ergänzen“.

„Die Rhein-Main-Region ist der perfekte Ort für die Ausrichtung eines international so bedeutenden Ereignisses“, erklärte auch Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Er wies darauf hin, dass die Förderung der Kreativwirtschaft schon seit Jahren ein wichtiges Ziel der hessischen Wirtschaftspolitik sei. Eine große Rolle spielten dabei auch „nachhaltiges Wirtschaften, Ressourcen- und Klimaschutz“.

Äußerungen des Bedauerns kamen dagegen aus Berlin. Von einem „empfindlichen Rückschlag für die Mode-Stadt Berlin“ sprach der Berliner CDU-Wirtschaftspolitiker Christian Gräff. Dies sei nach dem Aus für den Google-Campus und der gescheiterten Bewerbung um die Internationale Automobilausstellung ein weiterer Beleg für fehlende Wirtschaftsperspektiven des rot-rot-grünen Senats.

„Der Verlust der Fashion Week ist fatal für eine Stadt, die von ihrer Kreativszene lebt“, erklärte auch der Berliner FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja. Leider sei aber die Entscheidung „vor dem Hintergrund der wirtschaftsfeindlichen Politik der Linkskoalition ein nachvollziehbarer Schritt“. (AFP)