«Bitte halte Abstand» und «Danke, dass du in unserem Store einen Mund-Nasen-Schutz trägst» steht am Schaufenster eines Kaufhauses in Wilmersdorf.  Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Die Corona-Situation in Berlin verschärft sich zusehends: Die Gesundheitsverwaltung des Senats meldet im täglich aktualisierten Lagebericht am Dienstag 706 Corona-Neuinfektionen - nach 253 am Vortag. Auch der Wert der sogenannten 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner ist für die gesamte Stadt auf 71,5 gestiegen. Spitzenreiter bei der Inzidenz bleibt Neukölln mit nunmehr 171,3, gefolgt von Mitte mit 117,2 und Friedrichshain-Kreuzberg mit 83. 

Damit liegt die Hauptstadt deutlich weiter über dem Grenzwert für ein Risikogebiet - dieser liegt bei 50. Die Corona-Ampel steht entsprechend weiter auf Rot. Acht Bezirke reißen die kritische Marke derzeit: Neukölln (171,3), Mitte (117,2), Tempelhof-Schöneberg (92,2), Friedrichshain-Kreuzberg (83,0), Reinickendorf (73,6) Spandau (69,3) Charlottenburg-Wilmersdorf (60,2) und Steglitz-Zehlendorf (55,1).

Gemeldet wurden zwei neue Todesfälle in Berlin im Zusammenhang mit Covid-19. Wieder auf Grün steht dagegen die Corona-Ampel zum 4-Tage-R-Wert: Dieser steht nun bei 1,09. Leicht angestiegen ist die Belegung von Intensivbetten mit Covid-19-Patienten - sie erreicht nunmehr 3,8%, bleibt also noch weit unterhalb der Warnschwelle.

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Unterdessen warnen die Berliner Behörden vor Falsch-Informationen zur Corona-Situation. Die Polizei weist auf  falsche Informationen rund um die Sperrstunde in Berlin hin. Anders als auf einem Flugblatt behauptet, ruft sie die Bevölkerung nicht dazu auf, Gaststätten zu melden, die die Sperrstunde brechen.

«Wir haben die Einhaltung der #Covid19-#Sperrstunde auch mit im Auge. Und wir rufen NICHT zu Hinweisen aus der Bevölkerung inkl. Belohnung auf», twitterte die Polizei am Dienstag. Sie bat darum, den Fake nicht weiter zu teilen. Seit Samstag gilt eine Sperrstunde von 23.00 bis 06.00 Uhr für Gastronomie und Handel, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Bezirk Neukölln warnt vor Corona-Infos von «Ärzten für Aufklärung»

Das Bezirksamt Neukölln warnt vor irreführenden Informationen über die Corona-Pandemie durch die Gruppierung «Ärzte für Aufklärung». An mehreren Orten im Bezirk seien Handzettel in Umlauf gebracht worden, die Verschwörungstheorien bedienten, teilte das Bezirksamt am Dienstag mit. Auf den Zetteln werde unter anderem vor einem angeblichen «Zwang zur Impfung» gewarnt. Die Bundesregierung hatte mehrfach betont, dass keine Impfpflicht gegen das Coronavirus eingeführt werden soll. Außerdem werden auf den Zetteln Hinweise gegeben, wie man eine «echte Pandemie» von einer «fake Pandemie» erkennen könne. Damit würden gezielt mit den Ängsten der Empfängerinnen und Empfänger gespielt und Verschwörungsmythen reproduziert, kritisierte das Bezirksamt.

Ärztekammern verschiedener Bundesländer haben sich nach Angaben des Bezirksamts von der Gruppe «Ärzte für Aufklärung» bereits distanziert und auf die Einhaltung von berufsethischen Standards hingewiesen.