Die Räder, die aus der Spree geborgen werden, sind oft völlig verrostet und mit Schlamm verkrustet.
Foto: Berliner KURIER/Volkmar Otto

Wer als Reporter in Berlin unterwegs ist, lernt immer wieder neue Dinge kennen. Manchmal sind sie schön, oft spannend – aber gelegentlich auch einfach unbegreiflich. Am Wochenende begleitete der KURIER Ehrenamtliche von „Spree:publik“, die rund um die Oberbaumbrücke Schrott aus der Spree fischen. Mit Enterhaken ziehen sie vor allem Fahrräder und Roller an die Oberfläche. Ebenso schlimm ist die Lage in Mitte: Die Angler-Gruppe „Magnet Hunters“ holte rund um die Museumsinsel mal 22 Mietfahrräder aus dem Wasser. Und zwar nicht in einer Woche, sondern innerhalb von vier Stunden!

Auch nach zwei Stunden Arbeitseinsatz mit den Männern von „Spree:publik“ war der Schrottberg kaum noch zu überblicken. Ernsthaft: Was sind das für Idioten, die Fahrräder und Roller in der Spree entsorgen? Sogar Elektroräder mit Akkus voller Giftstoffe? Ob ihr völlig dämlich seid, habe ich gefragt! Passiert das im Suff, wenn das Gehirn vom Alkohol abgeschaltet ist? Oder steht ihr darauf, euch wie bescheuerte Kinder am lauten Platschen zu erfreuen? Egal, was es ist: Ihr seid Idioten ohne jeden Menschenverstand.

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Zur Wahrheit gehört aber natürlich auch: Ohne die Roller-Flut, die in den vergangenen Jahren immer mehr außer Kontrolle geriet, läge nicht so viel Schrott unter Wasser. Was tun? Nun ja: Seit 2019 ist es verboten, E-Scooter rund um Brandenburger Tor und Holocaust-Mahnmal zu parken. Die Verleiher programmierten das einfach in ihre Apps. Warum geht das nicht auch entlang der Spree? In Konstanz dürfen die Fahrzeuge zum Beispiel nicht in festgelegten Uferbereichen abgestellt werden. Wird dennoch hier geparkt, laufen die Kosten für die Nutzer weiter. Natürlich ist gegen Blödheit kein Kraut gewachsen, aber wer den Dummen ihre Spielsachen nimmt, sorgt dafür, dass sie weniger Dummheiten machen. Denn Gelegenheit macht Diebe.