Die krasse Hitze im Sommer nervt nicht nur und ist anstrengend - das brutale Wetter kann auch gefährlich für den Körper werden. imago/Christian Ohde

Am vergangenen Wochenende erlebte Deutschland das heißeste Wochenende des Jahres – bisher. Und das, obwohl der Sommer erst in den Anfängen steckt… die eigentlich wärmsten Monate des Jahres stehen uns erst noch bevor. Ganz besonders spürbar sind die extremen Temperaturen in den Großstädten: Überall sind viele Menschen, grüne Oasen zum Abkühlen werden immer seltener und der Beton heizt sich auf. Nun warnen Experten davor, dass die Hitze sogar tödlich sein kann.

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Bereits am Montag kühlten sich die Temperaturen wieder etwas herunter, doch auch vielen Berlinern steckt die Hitze der vergangenen Tage noch in den Knochen. Die Temperaturen werden immer extremer – und das kann sogar gefährlich sein. Inzwischen gibt es sogar ein Bündnis aus Ärzten, Gesundheits-Experten und Klima-Fachleuten – sie stellten bereits Hitze-Schutzpläne vor!

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Hitze in Berlin: Beton speichert Wärme besser als andere Materialien

Das Problem: Der Beton speichert Wärme besser als natürliche Materialien. Weil Wärme immer von einem wärmeren zum kälteren System fließt, wird sie etwa von aufgeheizten Gebäuden an die Umgebungsluft abgegeben, sobald die Temperaturen abends sinken. Dann herrscht in Innenräumen, aber auch in Großstädten generell selbst nachts eine höhere Temperatur als auf dem Land. Bei Hitzewellen schwinden so die Chancen auf Erholung für den Körper.

Viele kühlen sich an so heißen Tagen ab, doch das kann nicht jeder. Die extreme Hitze macht vor allem in Städten wie Berlin den Menschen zu schaffen. dpa/Joerg Carstensen

Und das kann Folgen für den Körper haben: Schwindel und Erschöpfung, Schwellungen an Füßen – und im Extremfall droht sogar Tod, sagt Ärztin und Klima-Expertin Nathalie Nidens. „In starken Hitzeperioden steigt beispielsweise das Risiko für Herzinfarkte und ein Herzinfarkt kann auch mit bleibenden Einschränkungen verbunden sein.“

In starken Hitzeperioden steigt das Risiko für Herzinfarkte und ein Herzinfarkt kann auch mit bleibenden Einschränkungen verbunden sein.

Ärztin und Klima-Expertin Nathalie Nidens

Offizielle Zahlen gibt es nicht, nur eine Schätzung des Robert-Koch-Instituts für 2018 für Berlin und Hessen. Demnach starben in der Hauptstadt rund 490 Menschen aufgrund der Hitzeeinwirkung, etwa 740 waren es in Hessen.

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Besonders betroffen sind ältere Menschen. Siehätten ein geringeres Durstgefühl, ihr Kreislaufsystem sei nicht mehr so leistungsfähig. Hinzu komme der soziale Aspekt. Viele Ältere lebten allein und hätten niemanden, der ihnen während der Hitzewellen hilft.

Experten zum Wetter: Das muss in Städten gegen die Hitze getan werden

Was tun? Die Experten weisen vor allem darauf hin, dass es mehr Stadtgrün braucht und ein verändertes Bauen, etwa mit Holz. Holz sei ein Isolator und gebe so etwa die aufgenommene Wärme nicht so stark in Innenräume ab. Damit könne man etwa Bürogebäude bauen, die höher sind als 80 bis 100 Meter.

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Kurzfristig seien auch der Einsatz von Trinkwasserspendern oder das Ausweisen von kühlen Orten in der Stadt wichtig – und etwa das Verlegen von gefährdeten Patienten in kühlere Zimmer. Zu Maßnahmen, die jeder ergreifen kann, gehört die leichte Ernährung mit kühlen, wasserreichen Speisen.

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