Werden sich die Berliner an die Einschränkungen halten? Das wird sich erst in der Silvesternacht zeigen. Foto: imago images / Christian Ohde

Am Donnerstag rutscht Berlin ins neue Jahr - wie voll der Nachthimmel wird, steht nach dem Verkaufsverbot für Feuerwerk aber tatsächlich in den Sternen. Keine Böllerei soll es in den 56 Verbotszonen in der ganzen Stadt geben - aber kann das klappen? Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schaue „mit Sorge“ auf die Silvesternacht in Berlin und hält die Durchsetzung der wegen Corona angeordneten Böllerverbote in einigen Stadtteilen für nicht umsetzbar, heißt es. „Das Konstrukt der 56 Böllerverbotszonen ist Wahnsinn“, sagte GdP-Landeschef Norbert Cioma am Mittwoch.

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Die Polizei könne nicht an all diesen Orten präsent sein. „Das führt dann aber wiederum dazu, dass wir Verbote nicht durchsetzen können und deshalb das Vertrauen in die Polizei sowie der Respekt vor polizeilichen Maßnahmen schwindet“, sagte er. „Da braucht sich niemand wundern, wenn Menschen gegen Regeln verstoßen und es zu Übergriffen auf Einsatzkräfte kommt.“

Nach Angaben der Polizei sollen bis zu 2900 zusätzliche Kräfte das an vielen Orten wegen Corona geltende Feuerwerksverbot durchsetzen. Nach Einschätzung Ciomas können diese zwar verstärkt Präsenz im öffentlichen Raum zeigen, aber viele Verstöße nicht ahnden. „Es ist völlig utopisch zu glauben, dass das auch nur im Ansatz möglich ist. Wir können Hundertschaften an belebten Plätzen positionieren, aber nicht an 56 gleichzeitig.“

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Er gehe davon aus, dass sich angestauter Frust und Unverständnis über politische Entscheidungen in Angriffen auf Polizei und Feuerwehr entladen, sagte Cioma. „Dementsprechend hoch ist das Risiko, dem die Einsatzkräfte in der Silvesternacht ausgesetzt sind.“