Schmuddelwetter an der Ostsee: Urlauber wie Dorina und Uwe Lange in Warnemünde müssen sich derzeit mit den Launen der Natur anfreunden.  Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Was für ein Sommer: Urlaubsreisende an der Ostsee spazieren in Gummistiefeln am verlassenen Strand entlang. Am Dienstagmorgen gab es im Südwesten sogar teilweise Bodenfrost - Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) berichtet, dass dann aber am Donnerstag dort über 32 Grad gemessen wurden. Zeitgleich wurden im Norden lokal kaum 13 Grad gemessen! Jung spricht von einer kältesten Julitage seit Jahren, die Urlauber derzeit in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern erleben.

Die Schuld daran sieht der Diplom-Meteorologe bei einer markanten Luftmassengrenze, die genau über Deutschland liegt. Und die hat extreme Temperaturunterschiede zur Folge: Im Südosten herrschen schweißtreibende Höchstwerte bis zu 33 Grad, im Norden reicht es mit Mühe für 15 Grad. Und dann bläst ein ermatteter tropischer Wirbelsturm mit dem Namen Edouard auch noch viel Wind in den Norden und Nordosten des Landes. Jung warnt für den Freitagnachmittag dort vor Böen, die bis zu 75 km/h erreichen können. Dort, wo die Kaltfront den heißen Südosten Bayerns trifft, drohen Unwetter!

Wir stecken im Kälteloch - doch die Hitze lauert im Süden

„Der Schaukelsommer findet kein Ende", beschreibt Jung die Wetterlage. Immerhin: Ab Sonntag wird es überall freundlicher, auch mal wieder im Norden und langsam wärmer, und die neue Woche startet freundlich. Doch schon am Mittwoch wird es schon wieder vorübergehend wechselhaft und kühler, das Hoch schwächelt ein wenig.

Aber zum folgenden Wochenende blickt der Wetterexperte hoffnungsvoll: Das Hoch könnte wieder an Stärke zunehmen - und zugleich könnten die Höchstwerte wieder Richtung 30-Grad-Marke steigen. „Ein auf und ab beim Sommerwetter in diesem Jahr.“ Eigentlich spricht doch Vieles für einen neuen Super-Sommer, denn die Hitze ist gar nicht nicht weit weg von uns: „Wir sind quasi umzingelt von ihr“, sagt der Wetterexperte mit Blick auf den Südwesten Europas: So werden in Spanien teilweise mehr als 40 Grad gemessen . Auch in anderen Regionen rund ums Mittelmeer reicht das Thermometer bis fast an die 40-Grad-Marke. Und in Nordafrika meldet Algerien sogar glutheiße 46 Grad im Schatten. Aber ausgerechnet hier in Mitteleuropa hat sich eine Art „Kälteloch dieses Sommers“ gebildet, erklärt Dominik Jung. 

Soll es denn mit diesem Achterbahnsommer so weitergehen? Zunächst ordnet der Wetterexperte das derzeitige Rauf und Runter ein. Das sei doch eigentlich ein ganz typisch deutscher Sommer - nur, dass wir so etwas in den letzten Jahren mit den extrem trockenen Sommermonaten nicht mehr erlebt hatten. Und es ist auch noch gar nicht ausgemacht, ob es wirklich so wechselhaft bleibt. Wir steuern gerade auf Mitte Juli zu, aber die heißeste Zeit des Jahres, so Jung, sei in aller Regel die zwischen Ende Juli bis Mitte August. „Das sind die Hundstage und die kommen erst noch.“ Die Hitze will der Wetterexperte auf keinen Fall bereits abschreiben. „Sie ist nicht mal so weit weg und kann ganz schnell auch bei uns in Deutschland sein.“ Ob wir die 30-Grad-Marke noch in der kommenden Woche ereichen? Da ist Dominik Jung skeptisch, doch die Wettermodelle geben uns Hoffnung, dass es doch noch in der zweiten Juli-Hälfte passieren könnte.