Der Impfstoff gegen Corona soll kommen: In Berlin  werden jetzt dafür die Impfzentren aufgebaut. Foto:  imago images/Weber

Albrecht Broemme, einst Landeschef der Berliner Feuerwehr und Präsident des Technischen Hilfswerkes, baute bereits zu Beginn der Covid-19-Pandemie das Berliner Corona-Krankenhaus auf dem Messegelände auf. Jetzt ist sein Einsatz wieder gefragt: Der 67-Jährige wurde von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) beauftragt, auch die Impfzentren für die Stadt zu errichten, in denen in der ersten Phase etwa 400.000 Berliner den Corona-Impfstoff bekommen sollen.

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Sechs Einrichtungen sind insgesamt geplant. „Anfang oder Mitte Dezember sollen sie betriebsfertig stehen“, sagte Broemme dem KURIER. „Mit Sicherheit wird sich eines auf dem Gelände der Messe Berlin befinden.“ Man wolle aber keine Zelte oder Pavillons aufbauen. Auch Containerbauten werde es nicht geben.

„Das würde alles zu lange dauern“, sagt Broemme. Die Zentren müssten nach Corona-Hygienevorschriften aufgebaut werden, bräuchten im Inneren unter anderem ausreichende Belüftungssysteme. „Wir werden daher auf vorhandene Hallen in der Stadt zurückgreifen. Allerdings kommen Turnhallen nicht infrage, die uns dankenswerter Weise schon von den Bezirken angeboten wurden“, sagt Broemme. Die Hallen seien mit etwa 600 Quadratmetern Platz zudem zu klein.

Ex-Feuerwehrchef Albrecht Broemme (67): Er baute schon das Berliner Corona-Krankenhaus. Foto: dpa

Mit einem Team von Planern ist der frühere Feuerwehr-Chef nun unterwegs, um Standorte für die Impfzentren zu finden. Noch in dieser Woche sollen die Plätze dafür feststehen. Neben einer Halle auf dem Gelände der Messe Berlin gibt es weitere Hallen, die man nutzen und schnell zu einem Impfzentrum umbauen könnte.

Dazu gehören nach Angaben Broemmes die Hangars auf dem einstigen Flughafen Tempelhof. Auch eine der Terminal-Hallen des nun leeren Flughafens Tegels komme in die engere Wahl.

Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) erklärte am Dienstag, dass jedes der Zentren im Durchschnitt bis zu 15 räumlich abgetrennte Impfplätze haben soll. Dazu kommen noch weitere sogenannte Registrierungsplätze, an denen die zu impfenden Berliner einen Fragebogen über ihren Gesundheitszustand ausfüllen. „Im Vorfeld könnten sie sich aber auch schon über ihrem Hausarzt eine Impffähigkeit bescheinigen lassen“, sagte Matz.

Die Messe Berlin: „Mit Sicherheit wird es dort ein Impfzentrum geben“, sagt Broemme. Foto: imago images/stock&people

Broemme berichtete, dass in jeder dieser Einrichtungen bis zu 200 Mitarbeiter tätig sein werden. „Natürlich können wir diese große Anzahl von Fachleuten nicht aus einem Hut zaubern. Aber ich bin sicher, wir werden sie bekommen“, sagte er. „Wir werden dazu noch in den kommenden Tagen Aufrufe starten.“

Um Fachpersonal zu bekommen, sei man bereits mit der Berliner Kassenärztlichen Vereinigung (KV), mit Krankenhäusern und der Bundeswehr im Gespräch, teilte Gesundheitsstaatsekretär Matz mit. Auch Hilfsorganisationen werden angesprochen. Laut Broemme wäre es auch denkbar, Fachpersonal aus Apotheken heranzuziehen.

Der Flughafen Tegel: Gerade vom Flugnetz genommen, könnte eine Halle nun dort Corona-Impfzentrum werden. Foto: dpa

Geheim bleibt, wo der Corona-Impfstoffe in Berlin gelagert wird, wenn er dann Anfang des kommenden Jahres auf dem Markt sein sollte. Da das Serum bei bis zu minus 80 Grad Celsius deponiert werden muss, will sich der Senat dafür spezielle Ultratiefkühlschränke anschaffen.

Staatssekretär Matz ließ  offen, wer zuerst in Berlin zuerst den Impfstoff erhalten werde. Die Angaben, die gemacht wurden, seien noch zu ungenau. Man warte eine Entscheidung des Bundestages zu diesem Thema ab.

Der Deutsche Ethikrat, die Wissenschaftsakademie Leopoldina und die Ständige Impfkommission empfahlen, bundesweit zunächst Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen, sowie Mitarbeiter in Kliniken und Pflegeheimen gegen das Virus zu impfen. Zur ersten Phase gehören demnach auch Beschäftigte der Gesundheitsämter, Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrer und Erzieher. Danach sollen alle anderen Bevölkerungsgruppen schrittweise folgen.

Auch ein leerstehender Hangar auf dem einstigen Flughafen Tempelhof käme als Impfzentrum infrage. Foto: imago images/stock&people

Die Senatsgesundheitsverwaltung geht davon aus, dass in der ersten Phase etwa 400.000 Berliner gegen Corona geimpft werden könnten. Nach jetzigem Kenntnisstand müsste dies zweimal im Abstand von drei Wochen erfolgen, so Staatssekretär Matz. Ob es dann wirklich insgesamt 800.000 Impfungen würden, sei offen. „Die Impfung ist freiwillig. Nach jetzigen Umfragen sind etwa 50 bis 60 Prozent der Berliner bereit, sich gegen Corona impfen zu lassen.