Ein Mann zündet einen Böller. Immer wieder werden Rettungskräfte attackiert (Symbolfoto).
Ein Mann zündet einen Böller. Immer wieder werden Rettungskräfte attackiert (Symbolfoto). dpa/Patrick Pleul

Wann legt diesen Typen endlich einer das Handwerk? Nur neun Tage nach den Silvesterkrawallen müssen sich Berliner Rettungskräfte schon wieder vor Böllern in Sicherheit bringen.

In Berlin-Hellersdorf sind Rettungskräfte bei einem Notarzteinsatz mit Böllern beworfen worden. Wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte, waren ein Rettungswagen und ein Stroke-Einsatz-Mobil am Sonntagabend in der Etkar-André-Straße im Einsatz. Was dann folgte, ist ungeheuerlich.

Den Angaben zufolge wurden die Rettungskräfte von einem sechsgeschossigen Mehrfamilienhaus gezielt mit Böllern beworfen. Daraufhin wurde die Polizei alarmiert und Anzeige erstattet. Zum Glück wurde bei der Attacke niemand verletzt, wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte.

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Ob durch die geworfenen Böller ein Sachschaden an den Fahrzeugen entstand, ist noch unklar. Ein Stroke-Einsatz-Mobil verfügt über eine spezielle Ausrüstung und kommt bei der Versorgung eines Schlaganfalls zum Einsatz.

Angriffe auf Polizei und Feuerwehr beschäftigen am Montag auch den Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) will dabei aktuelle Zahlen zu den Einsätzen und den Ermittlungen im Zusammenhang mit den Silvesterkrawallen nennen. Auch Polizeipräsidentin Barbara Slowik und Landesbranddirektor Karsten Homrighausen werden erwartet.

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Scharfe Diskussion wegen Angriffen auf Polizei und Feuerwehr

Die Diskussion um die Konsequenzen nach den Krawallen fällt mitten in den Berliner Wahlkampf für die Wiederholungswahl am 12. Februar – und wird damit zum Schwerpunkt der ersten Sitzung des Gremiums im Jahr 2023. Bereits im Vorfeld ist ein Streit um die Form der Aufarbeitung entbrannt. Innenpolitiker der Fraktionen von SPD, Grünen und Linke warfen der CDU-Fraktion Populismus und Wahlkampf statt Interesse an sachlicher Aufklärung vor.

Hintergrund ist ein Fragenkatalog für den Innenausschuss, in dem die CDU auch nach Vornamen von Tatverdächtigen mit deutscher Staatsangehörigkeit fragt. Der CDU-Landes- und -Fraktionsvorsitzende Kai Wegner verteidigte dies erneut. „Ich halte es für ganz wichtig, den Täterkreis genau zu kennen. Das würde ich genauso sagen, wenn es Rechtsradikale oder Linksextreme wären“, sagte er der Zeitung Welt.

„Es gibt Jugendliche, die hier geboren und aufgewachsen sind, einen deutschen Pass haben und sich trotzdem nicht dazugehörig fühlen, wo Integration nicht gelungen ist“, wurde Wegner von der Zeitung zitiert. Je präziser man den Täterkreis benenne, desto effektiver könne man auch Präventionsangebote machen.

Silvester gab es lebensgefährliche Attacken auf Polizisten und Rettungskräfte

In der Silvesternacht waren in mehreren deutschen Städten Polizisten und Feuerwehrleute im Einsatz angegriffen worden, besonders heftig fielen diese Angriffe in Berlin aus. Polizei und Feuerwehr sprechen von einer neuen Intensität der Gewalt. Nach bisherigen Angaben sind bei der Polizei rund 40 Einsatzkräfte verletzt worden. Bei den Einsätzen der Feuerwehr seien 15 Retter verletzt worden, hieß es.

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Die Berliner Polizei hat nach eigenen Angaben bislang mehr als 350 Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Nach bisherigen Angaben der Berliner Polizei waren unter den 145 vorübergehend festgenommenen Verdächtigen 45 Deutsche und mit 17 weiteren Nationalitäten, darunter 27 Afghanen und 21 Syrer. 94 der 145 sind jünger als 25 Jahre, darunter 27 Minderjährige.