Ein Feuerwehrwagen fährt zwischen Kosilenzien und Nieska im Landkreis Elbe-Elster an einem abgebrannten Wald vorbei. 350 Feuerwehrmänner sind im Einsatz gegen die Glutnester.
Ein Feuerwehrwagen fährt zwischen Kosilenzien und Nieska im Landkreis Elbe-Elster an einem abgebrannten Wald vorbei. 350 Feuerwehrmänner sind im Einsatz gegen die Glutnester. dpa/Julius-Christian Schreiner

Sie sind das gefährlichste nach einem Waldbrand: die Glutnester. Der Boden ist mit Lösch- und Regenwasser durchnässt, aber in tieferen Schichten raucht und knistert es weiter. Das Wasser an der Oberfläche verdampft, und schon bricht das Feuer wieder aus. Darum ist die brenzlige Lage in Süd-Brandenburg noch längst nicht überstanden. Der Kampf gegen die Flammen – er geht auch am Sonnabend weiter.

Der große Waldbrand an der brandenburgisch-sächsischen Landesgrenze bei Mühlberg (Elbe-Elster) ist auf der Brandenburger Seite gelöscht. „Offene Flammen gibt es dort nicht mehr, aber auf den Brandflächen in den Waldgebieten gibt es sicherlich noch viele Glutnester“, sagte der Brandenburger Waldbrandschutzexperte Raimund Engel am Samstag. Die Lage sei deutlich entspannter. „Die Ablöschung dieser Gefahrenstellen wird aber sicherlich noch den ganzen Tag andauern.“ Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Es muss weiter regnen, sonst wird es schwierig.

Nach Angaben der Regionalleitstelle Lausitz waren am Samstag noch 350 Feuerwehrkräfte im Einsatz. Am Mittag sollte ein Hubschrauber der Bundespolizei mit einer Wärmebild-Kamera die Lage erkunden.

Es raucht noch im Landkreis Elbe-Elster. An der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen kämpft die Feuerwehr weiter gegen Glutnester.
Es raucht noch im Landkreis Elbe-Elster. An der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen kämpft die Feuerwehr weiter gegen Glutnester. dpa/Julius-Christian Schreiner

Temperaturen am Sonntag über 30 Grad können die Glutnester zusätzlich befeuern

Die Niederschläge in der Nacht zum Samstag hätten nur wenig Erleichterung gebracht, meinte Engel. Vielmehr sei das Feuer insbesondere auf den Ackerflächen einfach ausgebrannt, als es keine neue Nahrung mehr hatte. „Entlang der Äcker wurde ein 50 Meter breiter Schutzstreifen umgepflügt, um ein Übergreifen von Flammen zu verhindern“, berichtete Engel.

Zudem würden nun am Rand des Brandgebiets Beregnungsanlagen aufgestellt. Dafür werde aus einem Teich im Ortsteil Altenau der Stadt Mühlberg eine drei Kilometer lange Wasserleitung verlegt.

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Sorge bereitete dem Waldbrandschutzexperten die erwarteten hohen Temperaturen am Sonntag über 30 Grad. „Dann können Feuer jederzeit wieder aufflammen“, meinte er. Derzeit ist die Waldbrandlage wegen der hohen Luftfeuchtigkeit in allen 14 Landkreisen vergleichsweise gering. Bereits am Montag erwartet Engel aber landesweit wieder die zweithöchste Warnstufe 4.