Polizisten aus Mecklenburg-Vorpommern  kontrollieren auf der B 96 bei Neustrelitz die Autofahrer. Foto: dpa

Hunderte Berliner und Brandenburger schieben gerade große Trauer. Sie haben Datschen an der Mecklenburgischen Seenplatte oder auf den Ostsee-Inseln. Doch sie dürfen nicht mehr dorthin. Denn Mecklenburg-Vorpommern verhindert wegen Corona ihre Einreise, hat eine neue innerdeutsche Grenze aufgebaut.

Einer der Betroffenen ist Stefan K. (51) aus Brandenburg/Havel. Zwei Stunden mit dem Auto, dann wäre er auf seiner Datsche an der Kleinen Mecklenburgischen Seenplatte. „Doch Polizeikontrollen an den Straßen nach Meck-Pomm lassen keinen mehr rein, der an seinem Pkw ein Brandenburger oder Berliner Kennzeichen hat.“ K. kann es verstehen, dass das Bundesland keine Touris wegen Corona-Gefahr hineinlässt. „Dass es nun auch uns Grundstücksbesitzer trifft, dafür habe ich kein Verständnis“, sagt er. „Zumal ich dort meinen Zweitwohnsitz habe und dafür Steuern zahle.“

Einst trennte Deutschland eine Grenze zwischen Ost und West. Seit dem 19. März gibt es nun eine neue: Den Anti-Corona-Schutzwall zwischen Brandenburg und Meck-Pomm. Grund ist eine Verordnung der mecklenburgischen Landesregierung, wonach wegen des Virus keine Touristen ins Land dürfen. Das gilt auch für Datschen- und Ferienwohnungen-Besitzer. „Auch sie sind nach der Verordnung Touristen“, sagt Nicole Buchfink vom Polizeipräsidium Neubrandenburg.

Auch Feriensiedlungen und Bahnhöfe werden kontrolliert

Damit niemand heimlich mit dem Auto doch nach Meck-Pomm kommt, wurden an der Landesgrenze zu Brandenburg Polizeikontrollen eingerichtet. Die Beamten stehen mit ihren Fahrzeugen etwa an den großen Zufahrtsstraßen wie B96, B193 oder B198 und weisen jeden ab, der kein Meck-Pomm-Kennzeichen am Auto hat. „Dazu fahren wir mit Lautsprecherwagen durch die Ferienanlagen, fordern Bewohner aus anderen Bundesländern auf, die Siedlungen zu verlassen“, sagt Polizeisprecherin Buchfink.

Im Präsidumsbereich Neubrandenburg wurden seit dem Wochenende bis Montag 6309 Fahrzeuge kontrolliert, davon 585 Autos mit 1008 Personen abgewiesen. Wer versucht, mit dem Zug nach Meck-Pomm zu kommen, hat ebenfalls Pech. „Auch die Bahnhöfe werden kontrolliert“, sagt Buchfink. 102 Personen mussten allein am Montag wieder zurück. Berliner und Brandenburger Angler oder Bootsführer dürfen auch nicht auf die Seen in Meck-Pomm. Da kontrolliert die Wasserschutzpolizei.