Normale Feuerwerkskörper dürfen in diesem Jahr aufgrund der Pandemie nicht verkauft werden, imago/Christian Ohde

Für Fans von Böllern und Raketen sollten jetzt eigentlich die schönsten Tage des Jahres beginnen: Der Weihnachtsbraten ist verspeist, die Geschenke ausgepackt – und am 29. Dezember sollten eigentlich die bunten Päckchen mit Silvesterknallern in die Geschäfte wandern. Doch auch in diesem Jahr gibt es für Feuerwerkskörper ein Verkaufsverbot, denn in der Corona-Pandemie sollen die Krankenhäuser nicht noch mit Böller-Verletzten belastet werden. Allerdings gibt es trotzdem Möglichkeiten, an Feuerwerk zu kommen.

Böller-Verbot: Hier kann man dennoch Feuerwerk kaufen

Beschlossen wurde das Böller-Verbot bereits beim Bund-Länder-Treffen vor Wochen, später auch vom Bundesrat abgenickt. Neben der Verletzungsgefahr soll somit auch vermieden werden, dass sich an öffentlichen Plätzen Menschenansammlungen bilden. Wer möchte, kann aber trotzdem Feuerwerk kaufen – wie? Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

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Etwa in Polen: Hier wird das ganze Jahr über Feuerwerk verkauft. Viele der Knaller, die hier angeboten werden, sind in Deutschland verboten. Aber: Im Nachbarland gibt es auch geprüftes und hierzulande zugelassenes Feuerwerk! Etwa beim Unternehmen „Funke“: Die Pyro-Firma hat bereits seit ein paar Jahren die Zulassung für den Deutschen Markt, verkaufte vor allem über Fachgeschäfte geprüfte Artikel für den deutschen Markt. Im polnischen Slubice betreibt das Unternehmen einen großen Feuerwerksladen, in dem eingekauft werden kann.

Normalerweise scheppert es in der Silvesternacht gewaltig, doch dieses Jahr wird es sicher ruhiger werden. imago/Marc Grube

Feuerwerk in Polen kaufen: DAS sollte jeder wissen!

Wichtig dabei: Nur für den deutschen Markt zugelassene Feuerwerkskörper dürfen in Polen gekauft werden, sagt Astrid Pinz, Sprecherin des Hauptzollamtes Frankfurt (Oder). „Das heißt, sie müssen ordentlich gekennzeichnet sein, sie müssen einen Konformitätsnachweis haben“, sagte sie dem rbb. Die Feuerwerkskörper brauchen das „CE-Kennzeichen“ – und das darf nicht gefälscht sein. „Grundsätzlich kann man natürlich sagen, wenn die Pyrotechnik nicht gekennzeichnet ist: einfach die Hände davon.“

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Doch es gibt auch Möglichkeiten, an Feuerwerkskörper zu kommen, ohne gleich ins Ausland zu fahren. Denn: Verboten ist vor Silvester nur der Verkauf von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2, darunter fällt normales Silvesterfeuerwerk wie Böller, Raketen und Fontänen. Erlaubt bleiben aber Feuerwerkskörper der Kategorie F1 – darunter fällt Kinder- und Jugendfeuerwerk, das sowieso das ganze Jahr über verkauft wird.

Böllerverbot absurd: Sogar Böller sind im Laden zu haben!

Das Berliner Fachgeschäft „Feuerwerksvitrine“ betreibt in den nächsten Tagen etwa drei Geschäfte, in denen genau solche Feuerwerkskörper verkauft werden. Zudem haben verschiedene kleinere Läden und Supermärkte Partyartikel und manchmal auch Feuerwerkskörper im Sortiment. Denn: Zur Kategorie F1 gehören etwa auch Knallbonbons, Wunderkerzen und Tischfeuerwerk.

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Besonders absurd: Sogar Böller sind in manchen Fachgeschäften zu haben! Der Grund: Die polnische Firma Funke schaffte es, vor ein paar Jahren ihre Knaller in der Kateorie „P1“ einordnen zu lassen. Sie zählen also nicht zum normalen Silvesterfeuerwerk, sondern gelten als technische Schallerzeuger, die das ganze Jahr über verkauft werden dürfen. Und nun auch trotz Böllerverbot.