Dieser Mann soll am Diebstahl aus einem Geldautomaten an der Luckenwalder Straße beteiligt gewesen sein.
Dieser Mann soll am Diebstahl aus einem Geldautomaten an der Luckenwalder Straße beteiligt gewesen sein. Polizei Berlin

Diesmal sahen die Täter aus wie Bauarbeiter. Sie trugen Warnwesten, als sie am 27. November gegen 9.45 Uhr einen Geldautomaten in der Luckenwalder Straße (Kreuzberg) aufbrachen und dabei laut Polizei einen fünfstelligen Geldbetrag erbeuteten. Dann entkamen sie in einem silberfarbenen MAN-Lieferwagen, den sie auffällig und fluchtbereit auf den Gehweg gestellt hatten.

Dumm für die Täter: Zuvor entstanden diese Fotos. Von wem sie aufgenommen wurden, verrät die Polizei nicht. Eines davon zeigt in schöner Deutlichkeit einen bärtigen Mann am Steuer des Fluchtwagens. Besonderes Kennzeichen: der irre Blick! Und schon Stunden nach Veröffentlichung wusste die Polizei nach einem Zeugenhinweis, wer es ist.

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Dieser MAN-Transporter parkte vor dem Geldautomaten quer auf dem Trottoir der Luckenwalder Straße, auch hier sieht man den Verdächtigen am Steuer.
Dieser MAN-Transporter parkte vor dem Geldautomaten quer auf dem Trottoir der Luckenwalder Straße, auch hier sieht man den Verdächtigen am Steuer. Polizei Berlin

Jetzt bleibt noch die Frage, wo er ist. Hinweise an die Polizei telefonisch unter (030) 4664-944320, per Mail an lka443-eg-total@polizei.berlin.de oder an jeden Polizeibeamten.

Die Kripo geht im Übrigen davon aus, dass die Täter schon am Sonnabend, dem 26. November, an dem Geldautomaten herumgefuhrwerkt und ihn beschädigt hatten.

Nie zuvor wurden mehr Geldautomaten geknackt

Deutschlandweit sind in diesem Jahr rund 450 Geldautomaten gesprengt worden. Damit sei bei dem Delikt ein Höchststand erreicht worden, berichtete die „Welt am Sonntag“. Demnach wurden in den Vorjahren deutlich weniger Automaten gesprengt: 414 im Jahr 2020 und 381 im Jahr 2021.

Die Taten würden mittlerweile vermehrt mit Sprengstoff verübt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die Innenministerkonferenz. Dies sei eine neue und beunruhigende Entwicklung. Früher hätten Kriminelle eher Gasgemische für Anschläge verwendet. Für das erbeutete Geld würden Tote billigend in Kauf genommen.

450 Geldautomaten wurden in diesem Jahr bereits gesprengt - wie hier in Herten (NRW).
450 Geldautomaten wurden in diesem Jahr bereits gesprengt - wie hier in Herten (NRW). IMAGO/7aktuell

Metallteile schlugen in Kinderzimmern ein

Oliver Huth, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) in Nordrhein-Westfalen, sagte der Zeitung, Menschen in der Tatortumgebung seien akut gefährdet: „Es wurden schon Fußgänger verletzt, Metallteile schlugen in Kinderzimmern ein, und Häuser waren nicht mehr bewohnbar.“

Inzwischen würden auch immer mehr Kriminelle aus den Niederlanden ihre Taten in der Bundesrepublik verüben, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD). Grund sei, dass Banken in Deutschland anders als im Nachbarland auf den Einsatz etwa von Klebetechniken, mit der Geldscheine bei einer Sprengung zugekleistert und unbrauchbar werden, verzichten.

Pistorius brachte den Angaben zufolge auch eine gesetzliche Verpflichtung ins Spiel, damit Banken hierzulande ihre Automaten besser schützen können.