Das Corona-Schnelltestzentrum am Mariendorfer Damm, das von der Schließung bedroht war.. Foto: Gudath

Bei den kostenfreien Corona-Schnelltests, die in Berlin mit Wochenbeginn starteten, gab es eine erste Panne. Einem der insgesamt 16 Testzentren, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind, drohte die Schließung. Dabei handelte es sich um die Einrichtung am Mariendorfer Damm 64 in Tempelhof-Schöneberg.

Wer sich dort am Dienstag im Internet einen Termin buchen wollte, wurde böse überrascht. „Das Testzentrum schließt am 10.3.“, hieß es auf der Internetseite. Keine Termine konnten gebucht werden. Auf KURIER-Nachfrage erklärte ein Sprecher der Senatsgesundheitsverwaltung, dass die Räume aufgrund eines ablaufenden Mietvertrages nicht mehr für das Testzentrum zur Verfügung stünden.

Um ein Fortführen des Testzentrums zu erreichen, verhandelten am Nachmittag Vertreter des Senats mit dem Vermieter des Objektes. Mit Erfolg: Die Einrichtung bleibt am Standort und wird nicht geschlossen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung hatten wir berichtet, dass das Testzentrum am Mariendorfer Damm geschlossen werden soll, sowie über den Beginn der Verhandlungen mit dem Vermieter. Zu diesem Zeitpunkt stand das nun herbeigeführte Ergebnis noch nicht fest.

Senatorin rät zu Alternativen

Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) hat am Dienstag eingeräumt, dass es beim Auftakt der kostenlosen Schnelltestaktion am Montag geholpert habe. Gleichzeitig appellierte sie an die Berlinerinnen und Berliner, sich nicht auf die Teststellen zu beschränken, sondern auch andere Möglichkeiten wie Apotheken für die Untersuchungen zu nutzen. „Das würde noch einmal zu einer Entzerrung führen“, sagte Breitenbach nach einer Sitzung des Senats, bei der ein neues Berliner Testkonzept zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen wurde.

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Die Schnelltestangebote sollen außerdem unkomplizierter werden. „Es gab einige Holprigkeiten, beispielsweise mit den QR-Codes. Das geht natürlich nicht, weil es auch Menschen gibt, die nicht die entsprechende technische Ausstattung haben“, sagte Breitenbach. Das werde sich ändern. Die Nutzung der Teststellen werde künftig auch ohne QR-Code möglich sein. Zum neuen Testkonzept gehört, dass die Berlinerinnen und Berliner einen Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest pro Woche haben.

Zahl der Tests in Berlin soll „sehr schnell“ auf 25.000 pro Tag steigen

Zur Kritik, an mehreren Teststellen etwa in Steglitz-Zehlendorf, Reinickendorf oder Spandau seien online schon keine Termine mehr zu buchen, sagte Breitenbach unter Berufung auf die Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), die Zahl der Tests insgesamt solle „sehr schnell“ auf 25.000 pro Tag steigen. Das kostenlose Testangebot haben nach Senatsangaben am ersten Tag rund 3000 Berlinerinnen und Berliner wahrgenommen.

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Berlinweit gibt es Breitenbach zufolge bisher 21 Teststellen, 5 in den Krankenhäusern, 16 verteilt über alle Bezirke – in 4 davon kann man sich werktags auch ohne Termin testen lassen. Hinzu kommen die Möglichkeiten für „Tests to go“. Dafür melden sich nach Angaben der Sozialsenatorin aktuell viele weitere zum Beispiel private Anbieter oder Apotheken.

„Test-to-go“-Stationen dürfen Test-Bescheinigungen ausstellen

„Von daher wird es jetzt sehr schnell vorangehen“, so die Linke-Politikerin. „Das ist für viele Berlinerinnen und Berliner auch weniger aufwendig. Und es hat auch einen Vorteil, wenn ich beispielsweise um die Ecke in die Apotheke gehe und mich nicht erst in die U-Bahn oder den Bus setzen muss und zu einen Testzentrum fahren muss.“ Die neuen „Test-to-go“-Stationen werden den Angaben zufolge durch die Gesundheitsverwaltung zertifiziert und dürfen Test-Bescheinigungen ausstellen.

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Wann Selbsttests für Schülerinnen und Schüler angeboten werden, die voraussichtlich in den Schulen verteilt, aber zu Hause genutzt werden, ist offen. Ein Datum für den Start stehe noch nicht fest, sagte Senatssprecherin Melanie Reinsch.