Die Affenpocken sind jetzt auch in Berlin angekommen. dpa/ Martin Bühler/Bundeswehr

Jetzt sind die Affenpocken auch in Berlin angekommen: Der Berliner Senat bestätigte einen weiteren Fall, nachdem am Samstag Einzelheiten zum ersten Affenpocken-Patienten der Hauptstadt bekannt wurden. Laut rbb sind es jedoch bereits drei bestätigte Fälle.

Der erste Fall sei ein Mann Mitte 50 und Patient von Heiko Jessen, Arzt in Schöneberg, berichtet die Berliner Zeitung. Anders als der erste Patient in Deutschland in München sei der Mann nicht gereist, sagte der Mediziner dem Blatt. Der Mann habe die Stadt in letzter Zeit nicht verlassen. Er habe sich vermutlich vor etwa einer Woche bei einer Party in einem Club angesteckt, so der Arzt.

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Hautreaktionen bei Patienten, bei denen Affenpocken nachgewiesen wurden. dpa/UKHSA

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Robert-Koch-Institut bestätigt Verdacht

Der Zeitraum passe auch zu der in der Literatur beschriebenen Inkubationszeit von fünf bis 20 Tagen, sagt der Mediziner. Der Spezialist für Infektionskrankheiten berichtet weiter, dass bei der Untersuchung des Mannes zwei kleine Pocken aufgefallen seien.

Er habe Proben genommen und an das Robert-Koch-Institut geschickt. Dort habe ein PCR-Test den Verdacht bestätigt. Mündlich sei die Bestätigung noch am Freitagabend gekommen.

Anstieg der Infektionszahlen erwartet

Seinen Patienten gehe es „okay“. Er müsse vorerst nicht ins Krankenhaus und werde „engmaschig“ betreut. Der Mediziner geht davon aus, dass sich das Virus jetzt ausbreitet: „Ich erwarte für nächste Woche einen Anstieg der Infektionszahlen.“

Die Affenpocken sind eine Infektionskrankheit, die durch Viren vom Tier auf den Menschen übertragen wird. Besonders in Afrika wurde die Infektion bei vielen verschiedenen Tieren nachgewiesen - vor allem bei Nagetieren und mehreren Affenarten. Die Krankheit kann auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) aber nur „begrenzt“.

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Affenpocken – die typischen Symptome

Zu den typischen Symptomen gehören Hautausschlag im Gesicht, an den Handflächen oder Fußsohlen, Schorf, Fieber, Muskelschmerzen und Schüttelfrost.

Schwere Verläufe gab es bisher vor allem bei Kindern und gesundheitlich angeschlagenen Menschen. Auch die Menge der Viren, denen der Patient ausgesetzt war, spielt eine wichtige Rolle für den Krankheitsverlauf. Die Sterblichkeitsrate bei registrierten Infektionsfällen schwankt je nach Virusstamm zwischen null und zehn Prozent.