Klaus Wiedemann, Chef der Bäckerei-Kette Wiedemann, liefert am Sonntag Quark-Herzen auf die Intensivstationen der Charité. Foto: Benjamin Pritzkuleit

Am Sonntag ist Valentinstag, der Tag, an dem man liebe Menschen beschenkt. Diese beiden Männer verraten, wie es geht: Ronald Lemm ist Konditor und zeigt in Online-Backkursen, wie man seinen Liebsten etwas Nettes zaubert. Und Klaus Wiedemann liefert zum Tag der Liebe Quark-Herzen für das Personal auf Berliner Intensivstationen. Vorhang auf für die Bäcker der Herzen!

Pünktlich zum Valentinstag können sich die Mitarbeiter auf den Intensivstationen der Charité über eine kleine Überraschung freuen: Bäckermeister Klaus Wiedemann (58) liefert zum Tag der Liebe Quark-Herzen in die Kliniken. „Ich habe pflegebedürftige Eltern, die im vergangenen Jahr mehrfach operiert werden mussten, habe deshalb viel Zeit in Krankenhäusern verbracht“, sagt er dem KURIER. „Und dabei habe ich ein gutes Gefühl dafür bekommen, wie die Mitarbeiter auf den Stationen die aktuelle Corona-Situation stemmen.“

Jedes Quark-Herz wird gebuttert und gezuckert. Foto: Benjamin Pritzkuleit

Beeindruckend sei gewesen, wie sie trotz der Lage die gute Laune behielten. Weil die Intensivstationen einer großen Belastung ausgesetzt waren, gibt es nun Quark-Herzen für die Mitarbeiter. „Das ist meine Art, stellvertretend für das gesamte medizinische Personal Danke zu sagen.“ Am Sonntag gehen an die 14 Intensivstationen der Charité in Wedding, Steglitz und Mitte insgesamt 700 der gezuckerten Gebäckherzen.

Lesen Sie dazu auch: Für den Valentinstag: Zitronenkuchen mit herziger Überraschung >>

Schon seit 1895 gibt es die Bäckerei Wiedemann, gegründet wurde sie von Friedrich Wiedemann in Weißensee, Wiedemanns Urgroßvater. 1968 übernahmen Hans und Helga, seine Eltern. „Sie rieten mir davon ab, in den Betrieb einzusteigen“, sagt der 58-Jährige. Doch ihn faszinierte das Handwerk. „Man schafft etwas mit seinen Händen und bekommt unmittelbares Feedback von den Kunden.“ Ob seine Kunst auch den Pflegern der Charité schmeck? Fakt ist: Wiedemann muss am Tag der Liebe früh aufstehen. „Um 6 Uhr werden die Herzen gebacken, dann liefere ich sie aus.“ Seine Frau müsse nicht traurig sein, sagt er. „Ich mache natürlich ein Herz mehr.“

Ronald Lemm ist Konditor, gibt sein Handwerk auch an andere weiter. Foto: BakeNight

Auch ein anderer Back-Experte sorgt am Valentinstag für romantische Gefühle: Ronald Lemm ist Konditor und einer von mehreren Dozenten der „BakeNight“ – normalerweise werden unter diesem Titel Back-Kurse angeboten, aufgrund von Corona im Internet. Am Valentinstag gibt es mehrere Schulungen unterschiedlicher Bäcker. Hier werden Rezepte für süße Kleinigkeiten vermittelt, ein Geschenk in letzter Minute.

In seinen Kursen verrät Lemm, wie jedem solche Herz-Macarons gelingen. Foto: BakeNight

Lemm lernte seinen Beruf 1984 bis 1986 in einer Dorfbäckerei in Flecken Zechlin, einem Ortsteil von Rheinsberg. Später heuerte er in einem Cupcake-Café in Neuruppin an. Doch als die Chefin nach Amerika zog, eröffnete er seinen eigenen Laden. Heute fertigt er Torten auf Bestellung. „Ich liebe es, weil ich mich kreativ ausleben kann“, sagt er. Allerdings schlug die Corona-Krise ein – ohne Hochzeiten keine Hochzeitstorten. 

Lesen Sie dazu auch: Leckeres Rezept: Diesen schnellen Zimt-Kuchen müssen Sie probieren! >>

In seinen Lehrgängen vermittelt er etwa, wie man herzförmige Macarons herstellt. Das Online-Publikum ist international, sogar aus Myanmar, Los Angeles und London gab es schon Teilnehmer. Wer mitmachen will, bekommt nach der Buchung (je nach Kurs 29 bis 39 Euro) eine Einkaufsliste. Dann wird per Videokonferenz gebacken. In jedem Fall sei ein selbst gemachtes Geschenk etwas sehr Schönes, sagt Lemm. „Weil es von Herzen kommt – und man die eigene Liebe mit verarbeitet.“