Thomas Pape ist neben Comedy-Star Thomas Hermanns Geschäftsführer des Quatsch Comedy Club. Foto: Berliner KURIER/Volkmar Otto

Das erste Halbjahr 2020 war bestimmt von schlechten Nachrichten – umso schöner, dass nun endlich wieder gelacht werden darf! Zum Beispiel in Mitte: Hier nimmt der Quatsch Comedy Club nach langer Zwangspause bald den Betrieb wieder auf. Geschäftsführer Thomas Pape verrät dem KURIER, wie das Theater die Krise überstand – und was die Besucher nun erwartet.

Als Privattheater wurde der Quatsch Comedy Club, der neben Berlin noch Standorte in Hamburg, München, Düsseldorf und Stuttgart betreibt, von der Corona-Krise schwer getroffen. „Die Schließung war für uns, wie auch für viele andere, ein Schock“, sagt Pape dem KURIER. Zum damaligen Zeitpunkt sei die Lage auch noch recht unübersichtlich gewesen. „Einige Häuser waren bereits zu, obwohl es noch keine einheitliche Verordnung gab. Aber die Verunsicherung in der Öffentlichkeit war so groß, dass man nicht hätte normal weiterspielen können.“

Also blieb die Tür geschlossen, die Bühne leer. Stattdessen wurde im Hintergrund gearbeitet –gekaufte Tickets mussten in Gutscheine umgewandelt, Ersatztermine gefunden werden. Außerdem versuchte der Club, auf anderen Kanälen für gute Stimmung zu sorgen. Stammkunden und Gäste, die ihre Tickets spendeten, konnten sich die TV-Show des Clubs auf Sky anschauen, außerdem veröffentlichten die Comedians Videos unter dem Titel „Quatsch in Quarantäne“ im Netz. Und: Auch Gutes wurde getan. „Unsere Fans waren unter dem Motto ‚All you need is Laugh‘ aufgefordert, Alltagshelden zu nominieren – von der Krankenschwester bis zum Studenten, der im Lockdown beim Einkaufen half. Diese Helden laden wir, wenn der Spielbetrieb wieder läuft, zu uns in den Club ein“, sagt Pape.

Am 6. August kommen Leben und Lachen zurück in den Club – allerdings unter Auflagen. „Wir halten uns an den Sicherheitsabstand von 1,50 Metern – statt der üblichen 300 Gäste können noch maximal 130 im Saal Platz nehmen“, sagt Pape. Zudem wird der Einlass geregelt und die Bar bleibt zu. „Ihre Getränke können unsere Besucher schon im Vorfeld buchen, sie werden dann am Tisch bedient.“ Zudem gibt es keine freie Platzwahl, alle Sitze werden fest vergeben. Das soll auch garantieren, dass im Corona-Notfall eine Nachverfolgung der Gäste möglich ist.

Der Quatsch Comedy Club liegt im Gebäude des Friedrichstadt-Palast. Foto: Berliner KURIER / Volkmar Otto

Vor allem die geringeren Besucherzahlen sind ein herber Einschnitt. „Auf Dauer ist damit ein wirtschaftlicher Betrieb nicht gewährleistet“, sagt Pape. „Unter diesen Umständen ist es ein Plus-Minus-Null-Geschäft.“ Auch deshalb sei die Politik gefordert. „Wir wünschen uns, dass es mehr Unterstützung für Privattheater gibt – und dass die Gespräche darüber nicht im August enden, weil dann wieder gespielt werden kann. Viele Häuser werden Hilfe brauchen. Und wir sind darauf angewiesen, dass wir im Dialog und mit Blick auf die Sicherheit der Gäste irgendwann wieder zur vollen Kapazität kommen. Sonst wird es bald ein Theatersterben geben.“

Vorerst freut man sich, dass wieder gelacht werden darf – für die Gäste, aber auch für die Künstler. „Alle sind völlig ausgehungert – der Lockdown kam einem Berufsverbot gleich“, sagt Pape. „Sie wollen endlich wieder auf der Bühne stehen und für gute Laune sorgen.“

Es gibt noch Tickets für die Vorstellungen am dem 6. August, vorerst wird nur Donnerstag, Freitag und Sonnabend gespielt. „Aber wir hoffen, dass wir schon da viele Menschen zum Lachen bringen können“, sagt Pape.