Auf dem Vorfeld des Flughafens BER ist es noch kälter als in der Halle: Schneefräsen im Einsatz. Foto: BER/Günter Wicker

Vor dem Fliegen kommt das Bibbern. Der Winter ist auch in der Halle des neuen Hauptstadt-Flughafens BER zu spüren. Dort wird den wenigen Passagieren, die derzeit noch eine Flugreise wagen, seit Tagen ein ziemlich frostiger Empfang bereitet. Flughafenmitarbeiter berichten, dass die Temperatur im zentralen Bereich gerade mal acht Grad Celsius erreicht – wenn es hoch kommt. Da komme man schnell ins Bibbern.

„Es ist kalt“, bestätigte Flughafensprecher Hannes Hönemann am Mittwochmorgen. Durch den Bahntunnel, der direkt unter dem Empfangsgebäude des neuen Schönefelder Flughafens in den Airport-Bahnhof mündet, dringe Außenluft in das Gebäude ein. „Von dort wird kalte Luft ins Terminal 1 gesogen“, erklärte er. Ein weiterer Faktor ist die geringe Zahl der Fluggäste und Besucher. „Man hat einberechnet, dass das Terminal gut gefüllt ist und die Passagiere mitheizen“, hieß es bei den Mitarbeitern. „Weniger Menschen im Terminal, weniger Wärme“, fasste Hönemann zusammen.

Treppen zur BER-Empfangshalle. Hier ist es zurzeit frostig kalt. Foto: Imago/Travel-Stock-Image

Anders als berichtet sei die Empfangshalle aber nicht geschlossen worden, betonte der Flughafensprecher. „Sie ist weiterhin zugänglich.“ Fluggäste können sie wie bislang durchqueren, um zu den Sicherheitskontrollen zu gelangen. Allerdings seien die Kontrollen in der Halle nicht mehr an allen Tagen geöffnet, so Hönemann. „Sondern nur an Tagen mit erhöhtem Aufkommen“ – etwa am Wochenende. In der Regel müssen die Fluggäste also zu den seitlich angebauten Pavillons weitergehen. Dort sorgen dann Heizlüfter dafür, dass es den Sicherheitskräften nicht kalt wird, hieß es. „Bei den Security-Schleusen in den Pavillons ist es ein paar Grad wärmer“, hieß es intern.

Die finanzielle Lage der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, kurz FBB, ist nach einem Bericht des Tagesspiegel noch ernster als bislang bekannt. Danach kommen auf die staatlichen Gesellschafter erhebliche Zahlungsverpflichtungen zu, wenn das Unternehmen den Betrieb weiterführen soll. In einer Unterlage für die jüngste Sitzung des Aufsichtsrats im Januar heißt es, dass Berlin, Brandenburg und der Bund 3,575 Milliarden Euro in Form von Bürgschaften und Eigenkapitalzuführungen bereitstellen müssen. Erst 2034 werde der Konzern einen Gewinn erzielen.

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Ein Mitglied des Aufsichtsrates sagte dem Berliner KURIER am Mittwochmorgen, ihm sei die Zahl nicht bekannt. Im Januar-Aufsichtsrat sei es um rund 1,8 Milliarden Euro gegangen. Davon entfielen 1,1 Milliarden Euro auf einen Kredit, bei dem die Gesellschafter (und Bürgen) die Zahlungsverpflichtungen der Flughafengesellschaft übernehmen sollen. Weitere 660 Millionen Euro Corona-Soforthilfe kämen hinzu.

Während der jüngsten Aufsichtsratssitzung Ende Januar hatte die FBB mehrere Szenarien für die weitere Entwicklung des Unternehmens vorgestellt. Nach der ihrer Ansicht nach wahrscheinlichen Variante werde das Fluggastaufkommen erst 2025 den Vor-Corona-Stand erreichen. Bis dahin werden 83 Millionen Passagiere weniger als vor der Pandemie erwartet.

„Leider ist die wirtschaftliche Lage der Flughäfen in Deutschland wegen der Pandemie weiterhin sehr kritisch und eine Erholung derzeit noch nicht in Sicht. Deshalb stehen jetzt nach der Inbetriebnahme die Finanzen im Mittelpunkt und damit das wirtschaftliche Handeln der Gesellschaft“, sagte Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider nach der Sitzung. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup betonte damals: „Bis wir das Vor-Corona-Niveau erreicht haben, werden wir weiter auf die Unterstützung unserer Gesellschafter angewiesen sein.“