Soll zwei 17-Jährige in die Prostitution gedrängt haben: Thuveyan T. (32) auf dem Weg zum Gerichtssaal. Berliner Kurier

Sie waren 17, lernten über das Internet einen netten Mann kennen. Doch er soll sich als Albtraum entpuppt haben.

Mit einer weißen Kapuze über dem Kopf ging er in den Gerichtssaal: Thuveyan T. (32). Er soll zwei Teenager in die Prostitution gedrängt haben. Julia mit Nackt-Fotos erpresst. Maria überredet – sie habe dann wochenlang für ihn anschaffen müssen. T. wird unter anderem Zuhälterei und Zwangsprostitution vorgeworfen. Mitangeklagt wegen Beihilfe: Kerim S. (21).

Erst Julia (Namen der Opfer geändert). In die Falle gelockt laut Anklage im Februar 2020. Über eine Dating-Plattform ein Treffen. Sie hielt T. für einen ehrlichen Mann. Als sie dann eine anonyme Whatsapp erhielt, bat sie ihn um Hilfe.

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Ein Erpresser verlangte 20.000 Euro und drohte, er werde sonst ein Sex-Video von ihr veröffentlichen. Der Staatsanwalt überzeugt: Sie wandte sich an T. – „nichtsahnend, dass es sich bei ihm um den Erpresser handelte“.

200 Euro verdiente Julia beim ersten Freiertermin

Er soll zuerst Sex gefordert haben. Dann habe er vorgegaukelt, ein Freund könne das Geld vorschießen. Die Anklage: „Er forderte sie auf, durch Prostitution das vorgestreckte Geld zu verdienen und über ihn zurückzuzahlen.“

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Der erste Freier-Termin. 200 Euro verdiente sie, T. habe 140 Euro eingesteckt. Und neue Termine organisiert. Sie aber habe den Kontakt abgebrochen. Da habe er Sex als Gegenleistung dafür verlangt, dass er seinen „wütenden Freund“ habe beruhigen müssen.

Dann der Fall Maria. S. soll sich mit ihr über einen Messengerdienst verabredet haben. Das Gespräch dann auf Geld gelenkt – „könntest doch Sex gegen Bezahlung anbieten“. Der Plan der Angeklagten sei gewesen, sie zu bequatschen – bis sie sich auf Prostitution einlässt.

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Maria hatte Probleme zu Hause und kein Geld

Sie hatte Probleme zu Hause und kein Geld. T. habe ihre Lage skrupellos ausgenutzt. Fünf Freier am ersten Tag als Sexarbeiterin im September 2020, im November bis zu elf.

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Er soll ihr Drogen verkauft haben. Die Anklage: „Er übergab ihr jeden Tag mindestens eine Kapsel mit Kokain gegen 50 Euro, um sie leistungsfähiger zu machen.“ Mindestens die Hälfte ihrer Einnahmen habe er eingesackt. Bis sie weggelaufen sei.

Die Angeklagten wollen sich am 9. Dezember äußern.