Schon bald ist Spargel-Ernte. Foto: Peter Steffen/dpa

Hunderte Freiwillige melden sich in Beelitz als Erntehelfer für die Spargel-Zeit. Sie wollen für Arbeiter aus Polen einspringen, die in der Pandemie-Krise bisher nicht über die Grenzen kamen. „Die Solidarität der Einheimischen imponiert mir zutiefst“, sagt Ernst-August Winkelmann, Betreiber des  größten Spargelhofs in Beelitz. Sogar Zahnärzte wollen auf den Feldern anpacken.

Allein 200 Bewerbungen sind schon bei Winkelmanns Spargelhof im Ortsteil Klaistow eingegangen. Die Gesamtzahl der Bewerbungen in Beelitz schätzt der Landwirt auf über 1000. Die Freiwilligen kommen aus vielen Berufen – Studenten, Kellner, Köche.

Ehepaare wollen freiwillig ackern

„Bei mir melden sich auch Ehepaare, die gerne Spargel essen und dazu beitragen wollen, dass die Ernte nicht ausfällt“, so Winkelmann. Malte Voigts, Chef des Spargelhofs Kremmen, erzählte dem RBB sogar von Zahnärzten und Managern, die helfen wollen.

Wie viele freiwillige Helfer tatsächlich zum Einsatz kommen, werde man nach Ostern sehen, sagt Landwirt Winkelmann. Das Spargelstechen sei eine anspruchsvolle Arbeit, die nicht von jedem Ungelernten ausgeführt werden könne. „Wir brauchen allerdings Hilfe auf den Feldern, auch bei den Erdbeeren und Heidelbeeren“, sagt Winkelmann. Er nennt zudem die Verkaufsstände und die Logistik als Einsatzbereiche.

800 Erntehelfer werden gebraucht

Am Beispiel seines Hofs rechnet Winkelmann vor, wie sich der Ausfall polnischer und rumänischer Arbeiter bemerkbar macht: „Allein für den Spargel benötigen wir 800 Erntehelfer, doch wegen der Grenzschließungen konnten bisher nur 60 Prozent kommen.“

Die angereisten Polen und Rumänen seien alle gesund, aber aufgrund der Ansteckungsgefahr frühzeitig in „Kontaktgruppen“ eingeteilt und getrennt voneinander untergebracht worden. Die freiwilligen Helfer aus der Region sollen sicherheitshalber auf separaten Feldern arbeiten.

Regierung will Einreise erleichtern

Eine gute Nachricht für die Landwirte verkündete am Donnerstag Agrarministerin Julia Klöckner (CDU): Im April und Mai dürfen nun doch je 40.000 zusätzliche Erntehelfer aus Osteuropa nach Deutschland einreisen.