Die Sendung „Tausend Tele-Tips“ gehörte jahrelang zum Fernsehprogramm der DDR. Screenshots: Youtube

Wenn es um das Thema Fernsehen geht, sind die Möglichkeiten heute nahezu unbegrenzt – und dennoch erinnern sich viele gern an frühere Zeiten. Denn es gibt Sendungen und TV-Helden, die einfach unvergessen sind. Das gilt manchmal sogar für das eigentlich leidige Thema Werbung: Wenn man einen Film schauen will, nervt sie, aber Werbespots aus der Vergangenheit sind wie flimmernde Zeitzeugen vergessener Zeiten.

Werbung aus der DDR: „Tausend Tele-Tips“ lief im Fernsehen ab 1960

Die Menschen im Osten werden sich noch an die „Tausend Tele-Tips“ erinnern – eine Werbesendung, die aus Kurzfilmen mit Werbung bestand. Ausgestrahlt wurde sie erstmals im Jahr 1960 im DFF (Deutscher Fernsehfunk, später Fernsehen der DDR), zunächst nur montags, später täglich. Sie war bis zu 30 Minuten lang, lief vor der Gutenacht-Geschichte des Kinderfernsehens.

Lesen Sie auch: Enthüllt: So lief der unglaubliche Betrug bei „Wer wird Millionär“ – mit Beweis-Video! >>

Lesen Sie auch: So peinlich: 6 TV-Stars, die ihre Karriere vor laufender Kamera ruinierten – mit Video! >>

Gezeigt wurden Kurzfilme zu verschiedenen Themen – es ging um Produkte des täglichen Bedarfs, manchmal verpackt in Trickfilmen, oft wurden auch Einkaufs-Szenen dargestellt, bei denen eher die Szenerie im Mittelpunkt stand, gar nicht das Produkt selbst.

Der Minol-Pirol wurde zur beliebtesten Werbefigur bei „Tausend Tele-Tips“

Unglaublich: Anfang der 60er-Jahre schauten laut einem Bericht des MDR stolze 6 Millionen Menschen zu. Unvergessen sind noch heute Slogans wie „Baden mit Badusan“ und die wohl beliebteste Werbe-Figur, der „Minol-Pirol“.

Lesen Sie dazu auch: Kult-Serie aus der DDR: 40 Jahre „Spuk im Hochhaus“! Was wurde eigentlich aus den Darstellern des Defa-Klassikers? >>

Und was gab es zu sehen? Der Vorteil der heutigen Zeit: Das Internet vergisst nie! Auf Video-Portalen wie „Youtube“ kann man sich einige der alten Werbesendungen noch heute anschauen. Eine Ausgabe zeigt etwa einen Zeichentrickfilm – eine Frau besucht die HO und fragt am Verkaufstresen nach „Vita“, einer Margarine. „Ja, Vita darf in keinem Haushalt fehlen. Sie ist leicht zu verdauen und dadurch besonders bekömmlich – der Frischdienst bringt sie taufrisch in den Handel.“

Es geht um die „Wohnraumfibel“, um Teppichfliesen mit Haftkleber. Teilweise sind die Szenen auch ein amüsanter Blick in die Vergangenheit. Ein Werbefilm spielt im Wartezimmer einer Arztpraxis, doch keiner der Wartenden will zum Doktor, alle sind in eine Zeitung vertieft. Als der Arzt kommt, fragt eine Frau: „Herr Doktor, sind Fische wirklich gesund?“ Die Antwort: „Ganz bestimmt. Bisher war wenigstens noch keiner in meiner Sprechstunde.“ Die Botschaft: „Jede Woche zweimal Fisch – hält gesund, macht schlank und frisch.“

„Tausend Tele-Tips“: 1976 verschwand die Show aus dem DDR-Fernsehen

Es ging also nicht nur um Werbung für Produkte, sondern im Laufe der Zeit auch um andere Themen. Denn man erkannte die Möglichkeit, über die Filmchen „Volksaufklärung“ zu betreiben.

Jetzt auch lesen: DDR-Bürger erinnern sich: Wie schön es damals war, Urlaub zu machen >>

Auch Themen wie Gesundheits-, Arbeits- und Versicherungsschutz rückten in den Vordergrund. Ab 1975 war allerdings nur noch Werbung für ausgewählte Bereiche zulässig, darunter Kulturpolitik, Lotterien sowie Messen und Ausstellungen. Im Jahr 1976 wurden die „Tausend Tele-Tips“ dann eingestellt.