Bomben-Bastler Timo K. (37) wurde am Mittwoch der Prozess gemacht.
Bomben-Bastler Timo K. (37) wurde am Mittwoch der Prozess gemacht. KE.

Jahrelang auf einem Pulverfass: Timo K. (37) mixte Chemikalien zu explosiven Stoffen. Die bunkerte er erst im Gefrierfach, dann in einem Erdloch an einem Kanal. Nun gab es Knast.

Der Sprengstoff-Bastler aus Pankow nuschelnd vor Gericht: „Wollte mal sehen, ob ich solche Sachen herstellen kann. Wollte auch testen, wie die wirken.“ Nie habe er „Großes“ in die Luft jagen wollen – „habe kleine Experimente im Wald gemacht“.

Ein Mann, dem es bei der Koch-Lehre zu langweilig wurde – „habe nach einem halben Jahr abgebrochen“. Danach keine andere Ausbildung. Immer wieder Drogen-Konsum, mehrfach wurde er kriminell und verurteilt. Auch wegen Umgangs mit Sprengstoff. In dem Fall flog ihm wohl die Backofentür um die Ohren.

Der Bomben-Bastler hatte ein gewisses Interesse an Chemikalien

Timo K.: „Ich habe ein gewisses Interesse an Chemikalien.“ Nach und nach habe er sich bestimmte Substanzen beschafft – und Anleitungen. Der Sprengstoff-Mann: „Es dauerte etwas, denn ich habe Hartz IV.“

Was er gefährlich zusammenbraute, ließ er ab und zu an einem abgelegenen Ort krachen. K.: „Nachdem ich die Wirkungsweise kannte, ging mein Interesse verloren.“ Und weil er eine stationäre Drogen-Therapie hatte, musste das Zeug weg.

Er buddelte an der Böschung am Friedrich-Krause-Ufer. Explosive Pakete aus dem Gefrierfach seines Kühlschrankes brachte er sukzessive zum Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal in Tiergarten.

Bunker des Bomben-Bastlers wurde vom Hund eines Spaziergängers ausgegraben

Rund ein Kilogramm Sprengstoff versenkte K. in dem Bunker: „Ich wollte die Sachen nicht wegschmeißen – hat Geld und Arbeit gekostet.“ Die Pakete seien auch nicht explosiv gewesen – „waren ohne Zünder“.

Am 7. April 2020 wurde der Bunker vom Hund eines Spaziergängers ausgegraben. Spezialeinsatzkräfte rückten an. Eine an eine Plastiktüte sichergestellte DNA-Spur führt zu K., Hinweise für politische Motive gab es nicht.

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Nun hoffte er auf Bewährung. Das Gericht aber knallhart: Ein Jahr und zwei Monate Gefängnis wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Außerdem erhielt er sechs Monate wegen versuchten Diebstahls. Die Richterin: „Er wollte im November 2021 in ein Polizeigebäude einbrechen und ein Fahrrad stehlen.“ Wegen seiner Vorstrafen komme Bewährung nicht mehr in Betracht.