Hier läuft Mario Ruder bei seinem letzten Berlin-Marathon strahlend ins Ziel. Die Aufnahme entstand Ende September 2019. Privat

Mario Ruder wird am Sonntag beim Berlin-Marathon kämpfen. Für den 52-jährigen ist es nur ein sportlicher Wettbewerb. Doch Hendric B. und sein Sohn Finn tragen gerade einen ganz anderen Kampf aus. Sie ringen um ihr Leben, denn Vater und Kind sind zeitgleich an Krebs erkrankt.

Als der Unternehmer von dem doppelten Schicksalsschlag im KURIER las, war ihm klar, dass er helfen will. Deshalb sammelt der Unternehmer aus Lichtenberg pro gelaufenen Kilometer eine Spende für Hendric und Finn ein. Es ist Ruders siebter wohltätiger Lauf.

Gerd Engelsmann
Der Berliner Unternehmer Mario Ruder ist bekannt für sein wohltätiges Engagement.

„Als ich von diesem tragischen Schicksal erfuhr, habe ich mich gefragt, wie der selbst schwerkranke Vater noch all die Kraft für sein Kind aufbringt. Das hat mich sehr berührt“, sagt Mario Ruder. Von dem Geld, das er auf der  42,195 Kilometer langen Strecke einnimmt, will er die Familie aus Treptow unterstützen, die aufgrund ihres Leids auch finanzielle Einbußen hat.

Der Vater Hendric B. arbeitet bei der Berliner Stadtreinigung (BSR) und ist seit Monaten arbeitsunfähig, weil er an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Sein Sohn Finn hat Leukämie und benötigt dringend einen Stammzellenspender. www.dkms.de/finn

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Mario Ruder, Inhaber des Unternehmens „Küchen und Hausgeräte“ in Berlin und Hamburg, ist bekannt für sein soziales Engagement. Seit Jahren unterstützt er finanziell die Arbeit des Vereins Kolibri - Hilfe für krebskranke Kinder Deutschland.

Es ist auch nicht der erste Marathon, bei dem Mario Ruder für Menschen in Not läuft. 2014 war sein erster Spendenlauf, zuletzt ging er 2019 an den Start. Im vergangenen Jahr musste er aussetzen, weil pandemiebedingt kein Marathon stattfand.

Vor zwei Jahren unterstützte der begeisterte Langstreckenläufer mit seinen Einnahmen eine Familie, deren Tochter mit nur drei Jahren nach langem Krebsleiden verstarb. Von dem Geld konnten die Eltern und das Geschwisterkind gemeinsam mit anderen Betroffenen aus der Trauergruppe für verwaiste Eltern und Geschwister ein Wochenende ins Hotel nach Usedom fahren, um dort ein wenig Kraft schöpfen zu können.

Mario Ruder hofft auf Spenden für Finn und seinen Papa

Jetzt geht Ruder für den BSR-Mitarbeiter und seinen Sohn an den Start. Er hat sich mit zahlreichen Trainingseinheiten und Intervallläufen in den vergangenen Monaten gut vorbereitet. „Ich gehe zwei bis drei Mal in der Woche morgens um sechs Uhr joggen und habe meine Laufschuhe auch bei jeder Dienstreise dabei“, erklärt er. Wenige Stunden vor dem großen Ereignis will er sich nur noch kohlenhydratehaltig mit Nudeln und Reis ernähren, um am Sonntag genügend Kraft zu haben. 

Privat
Mario Ruder läuft am Sonntag für Finn und seinen Vater Hendric. Sie sind Beide an Krebs erkrankt.

Mario Ruder hat schon mehrere Marathonstrecken gemeistert, unter anderem in New York und auf Mallorca. Zuletzt nahm er in Valencia im Dezember 2019 die 42,195 Kilometer auf sich. Dort lief er auch seine Bestzeit von 4 Stunden und 31 Minuten.

Der Vater von drei erwachsenen Kindern hofft, dass ihn am Sonntag nicht nur viele Berliner anfeuern werden, sondern auch für den kleinen Finn und seinen Papa spenden werden.

„Ich würde mich freuen, wenn jeder mal darüber nachdenken könnte, ob er nicht eine Möglichkeit sieht, den Beiden zu helfen. Nur gemeinsam können wir Wunder bewirken“, sagt Mario Ruder. Gespendet werden kann unter www.kolibrihilft.de/spenden/. Als Verwendungszweck bitte „Mario Ruder Spendenlauf Berlin Marathon 2021“ angeben.