Der Staatsanwalt strebt die dauerhafte Unterbringung von René G. in einer  Psychiatrie an. Foto: Pressefoto Wagner

Die Rentnerin dachte, der Fremde hätte eine Frage. Doch René G. (39) stieß sie auf die Straße – vor ein herannahendes Auto. Dorothea H. (79) hatte das Gesicht des Angreifers nicht erkennen können.

Die Rentnerin nun im Prozess gegen G.: „Es ging alles so schnell. Er hatte seine Kapuze tief in das Gesicht gezogen.“ Es geschah am 9. Dezember, 16.45 Uhr. Dorothea H. (Name geändert) befand sich auf dem Gehweg der Ortolfstraße/Ecke Mohnweg in Altglienicke. Die Rentnerin: „Urplötzlich stand er vor mir, beschimpfte mich unflätig und schmiss mich dann mit voller Wucht auf die Straße.“

Die Staatsanwaltschaft geht von einem versuchten Totschlag aus

Der Staatsanwalt geht von einem versuchten Totschlag aus. René G. dagegen: „Ich dachte, sie wäre eine große Spinne.“ Er sei „psychotisch“ gewesen. Der Schubser: „Habe mich danach sehr erschrocken und rannte weg.“ Sie konnte den Sturz nicht abfedern, prallte auf die Straße. Glück im Unglück: Der Fahrer im herannahenden Auto reagierte schnell, trat voll auf die Bremse, wich aus. Es war knapp. Fahrer Valerian G. (36): „Wenn ich nicht in die Gegenspur gelenkt hätte, wäre es sicherlich zur Kollision gekommen.“

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Die Rentnerin erlitt diverse Prellungen und Abschürfungen sowie einen Bänderriss in der Schulter. Dorothea H.: „Die gesamte rechte Körperhälfte war betroffen.“ Bis heute ist sie in Behandlung. Und Angst blieb: „Wenn jemand mit einer Kapuze kommt, wechsle ich die Straßenseite.“ Warum er ausgerechnet sie attackierte? Die Rentnerin: „Ich kann es mir nicht erklären. Den Mann hatte ich nie zuvor gesehen.“ Es habe auch keinen Wortwechsel gegeben. Autofahrer G. und ein weiterer Mann kümmerten sich um das Opfer, verfolgten dann den Täter. René G. wurde der Polizei übergeben.

Er gilt als psychisch krank. Reue zeigte er nun: „Es tut mir leid. Zum Glück wurde die Frau nicht überrollt.“ Er habe sie nicht töten wollen. „Ich habe nicht auf den Straßenverkehr geachtet.“ Das Auto habe er nicht bemerkt. „Nach dem Stoß wurde mir klar, dass es sich um eine ältere Dame handelte.“ Der Staatsanwalt strebt die dauerhafte Unterbringung von G. in der Psychiatrie an. Fortsetzung: 1. Juni.